Menü

  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

„50 Jahre Endurosport in Rehna“ – das klingt stolz! Entsprechend ambitioniert waren die Organisatoren, zum goldenen Jubiläum eine erstklassige Geländefahrt zu präsentieren. Um es vorweg zu nehmen: Es gelang! Die beiden Sonderprüfungen bekamen von allen Seiten viel Lob. Vor allem der erste Test mit 12 Minuten Fahrzeit, über weitläufige Ackerflächen, durch selektive Waldabschnitte, über hängende Wiesen und nicht zuletzt auf einer bestens präparierten Motocross-Strecke, hatte internationales Niveau. Auch der zweite, für den die Schnellsten etwa siebeneinhalb Minuten benötigten, stand in Sachen abwechslungsreiches Terrain in nichts nach.

„Ich fand beide Prüfungen einfach nur geil. Es war alles dabei, schnelle, enge und technische Abschnitte“, strahlt Chris Gundermann, der an diesem Tag ohnehin allen Grund zur Freude hatte. Denn dem „Team-Sturm-Support-Fahrer“ gelang als Dritter zum ersten Mal der Sprung auf das Championatspodium. „Das ist natürlich ein Riesenresultat für mich, wenngleich es bis zur letzten Prüfung alles sehr eng war. Aber ich mag das, da baut sich so ein gewisser Druck auf und damit kann ich gut umgehen“, so Chris, der sich den ganzen Tag ein überaus spannendes Duell mit Andreas Beier lieferte und welches schließlich mit 1,37 Sekunden Zeitunterschied zu seinen Gunsten ausging.



Andreas Beier nahm die knappe Niederlage und das hauchdünn verpasste Championatspodium sportlich: „Gratulation an Chris, er ist wirklich stark gefahren!“ Wenngleich er dennoch auch etwas sauer war: „Im letzten Test bin ich auf einen langsameren Fahrer aufgelaufen, der mich partout nicht vorbei lassen wollte. Das war sehr ärgerlich und hat mich die entscheidenden Sekunden gekostet, die dann zum Podestplatz gefehlt haben.“ So war es eben der Gesamtrang vier, in der Klasse E3 reichte es zu Platz drei. Unterm Strich zeigt sich der Krumhermersdorfer recht zufrieden: „Wenn ich bedenke, wo ich noch zum Saisonstart gestanden habe, ist das Resultat schon zufriedenstellend. Natürlich ist immer Luft nach oben. Aber zumindest die Tendenz stimmt und das macht mich sehr zuversichtlich.“



Weniger glücklich agierten hingegen die DEM-Teamkollegen, die allesamt die 69. Auflage von „Rund um Rehna“ wohl in wenig guter Erinnerung behalten dürften. Kevin Nieschalk, der in Waldkappel mit einem Tagessieg mächtig auftrumpfte, verpasste diesmal das Podium in der Klasse E1 äußerst knapp. „An sich haben die Prüfungen großen Spaß gemacht, aber ich habe leider einfach nicht in meinen Fluss gefunden. An der Motivation hat es definitiv nicht gelegen, aber irgendwie war es eben nicht so mein Tag“, bedauert der Marienberger, der sich damit in bester Gesellschaft befand. Denn auch Florian Görner hat nach diesem Tag nur noch abgewunken. „Mir ist im ersten Test die Hinterradbremse kaputt gegangen. Sie hat einfach keinen Druck mehr aufgebaut. Also habe ich dort schon mächtig Zeit eingebüßt. An der nächsten Zeitkontrolle habe ich den Schaden behoben, allerdings wegen Zeitüberschreitung eine Strafminute kassiert. Damit war der Tag gelaufen“, seufzt Flo, der am Ende nur Siebenter in der E1-Kategorie wurde.



In der Klasse E2 holte Nick Emmrich als Sechster die Kohlen aus dem Feuer, wenngleich er zugibt: „Es war definitiv mehr drin. Der Tag begann richtig gut, doch dann ist mir im zweiten Test der Stoßdämpfer kaputt gegangen. Zwar haben wir den beim Service am Rundenende getauscht, aber das gute Gefühl war erst einmal weg.“ Zu allem Ärger büßte er dann im letzten Test um 0,44 Sekunden seine fünfte Position ein. Noch schlimmer erwischte es aber Patrick Irmscher, der sich bei einem Sturz im vierten Test den Arm auskugelte und somit vorzeitig aufgeben musste.



Auch Domenik Nieschalk stand einen kurzen Moment davor, vorzeitig aufhören zu müssen. Doch der lang gewachsene Junior-Fahrer biss sich, nach einer heftigen Kollision mit einem dicken Ast, durch und wurde letztendlich für seinen Kampfgeist mit Rang acht belohnt. „Das Ganze ist in einer Kurve passiert, wo es sehr eng um die Obstbäume ging. Was für ein Einschlag. Im ersten Moment habe ich gedacht, die Helmschale ist kaputt“, berichtet Domenik, der kurzzeitig alles ein wenig verschwommen sah.

Im B-Championat platzierte sich Jeremy Nimmrich auf Rang sieben, in der hart umkämpften Jugend-Klasse landete er auf Rang sechs. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass die „Jungen Wilden“ mit ihren 125iger Zweitaktern momentan ganz klar den Ton im DMSB Enduro-Cup angeben. Danny Richter, in der E2B unterwegs, belegte Platz zwei, was ihn aber nur bedingt freute. „Klar ist das Podium schön, doch mit meiner Leistung bin ich weniger glücklich. Sieben Prüfungen, siebenmal gelegen, das ist ein Unding“, zeigt sich der Krumhermersdorfer sehr selbstkritisch.



Somit sorgte Dirk Peter für den einzigen Tagessieg für das Team Sturm. Die „Thüringer Bratwurst“, wie er sich selbst immer mit einem breiten Grinsen bezeichnet, gewann die Senioren-Klasse mit deutlichem Vorsprung. „Im ersten Test habe ich die entscheidende Zeit gut gemacht. Der war wirklich affengeil! Die hängenden Wiesenkurven haben mich stark an den Zschopauer Skihang erinnert“, so das Team-Urgestein. Lena Siebenhühner gelang bei den Damen mit Rang fünf nicht nur ein Achtungszeichen, sondern auch ihre bis dato beste Saisonplatzierung!

Text: Peter Teichmann

Mit einer überaus starken Bilanz kehrten die Fahrer des Zschopauer Team Sturm vom DEM-Lauf aus dem hessischen Waldkappel zurück, welcher jedoch ein turbulentes wie auch unglückliches Ende fand. Dabei hatte alles so gut begonnen. So gab es seit Jahren eine neue Sonderprüfung, die eigentlich nur deshalb entstanden ist, weil eine der beiden „etablierten“ nicht gefahren werden konnte, da dort das Korn noch auf den Feldern steht. Doch gerade dieser „Schnellschuss“, denn die Veranstalter hatten nur eine Woche Zeit, einen neuen Test aus dem Hut zu zaubern, erwies sich als Volltreffer und wurde von den Fahrern für seine Vielseitigkeit sehr gelobt. Auch die Etappe hielt einige Überraschungen parat, wie zahlreiche Waldpassen mit Auffahrten oder einen Streckenabschnitt genau auf der, im Bau befindlichen Autobahn A44. Es hätte wirklich eine makellose Geländefahrt werden können, wäre nicht ein Unwetter gekommen. Binnen Sekunden verwandelten Wassermassen die Strecke in eine schlammige Rutschbahn. Der Veranstalter entschloss sich zu einem Rennabbruch und schickte die Fahrer über die öffentlichen Straßen direkt ins Fahrerlager. Der sechste Test wurde nachträglich wegen irregulärer Bedingungen annulliert, der siebente gar nicht mehr gefahren.

Trotz alledem gab es viele strahlende Gesichter, wie bei Kevin Nieschalk. Der Marienberger wuchs an diesem Tage förmlich über sich hinaus. Eigentlich mit dem Ziel angetreten, immer sicher in die Top Fünf zu fahren, fand sich Kevin plötzlich im Kampf um den E1-Klassensieg wieder. „Ich habe mich von Beginn an richtig wohl gefühlt und konnte das auch gut umsetzen. Nur im zweiten Test ist mir kurz das Vorderrad weggerutscht. Nach diesem Schreckmoment habe ich versucht, schnell wieder einen freien Kopf zu bekommen und konzentriert zu bleiben, was auch gut gelang“, so Kevin, der sich ein sehr enges Duell um die Spitzenposition lieferte und schließlich das glücklichere Ende auf seiner Seite hatte. „Den Klassensieg zu holen ist unbeschreiblich, ich bin extrem happy!



Team-Kollege Florian Görner war hingegen nicht sonderlich zufrieden mit sich und seiner Leistung. „Ich habe mir definitiv mehr vorgenommen als Platz vier“, so der E1-Fahrer, „doch ich habe einfach nicht in meinen Rhythmus gefunden. Zudem habe ich mir wieder meine eben erst auskurierte Hand angeschlagen. Es ist zum Glück nichts Ernstes, aber eingebremst hat mich das Ganze leider zusätzlich auch noch etwas.“
Besser lief es bei Nick Emmrich, der in diesem Jahr wieder förmlich aufblüht. In der stark besetzten E2-Kategorie gelang dem Routinier, wie schon zuletzt in Meltewitz, mit Platz fünf ein super Resultat.



Patrick Irmscher hingegen blieb unter seinen Möglichkeiten. „Eigentlich mag ich solche Stoppelacker-Prüfungen, aber es lief nicht so recht. Ich wollte aber auch nichts riskieren, um mich nicht noch unmittelbar vor den Six Days zu verletzten. Wahrscheinlich spielte das im Kopf auch eine Rolle“, so Patrick, der Elfter wurde und sich mit seiner ersten Six Days-Teilnahme einen Traum erfüllt.
Andreas Beier auf dem Weg zurück zur Spitze? „Auf dem Weg ja, aber noch nicht angekommen“, relativiert der achtfache Deutsche Enduro-Meister. „Nach dem, für mich unbefriedigten Abschneiden in Meltewitz habe ich viel probiert, trainiert und getestet. Das hat jetzt hier bereits die ersten Früchte getragen.“ Auf jedem Fall, Platz vier in der klassenübergreifenden Championatswertung und Rang zwei in der Klasse E3 können sich definitiv sehen lassen.



In beiden Wertungen dicht dahinter Team-Support-Fahrer Chris Gundermann. Der großgewachsene GCC-Spezialist findet sich nun immer besser im Endurosport zurecht und unterstreicht das wieder mit Rang fünf im Championat und Platz drei in der Klassenwertung.



Den dritten Podiumsplatz hingegen knapp verpasst hat Domenik Nieschalk. Kevins jüngerem Bruder fehlten am Ende gerade einmal zwei Sekunden. „Das ist natürlich schon sehr schade und auch ein wenig ärgerlich. Aber ich bin dennoch extrem happy, denn so weit vorn zu landen, damit habe ich nicht gerechnet. Schließlich ist es erst mein erstes Jahr in dieser Klasse“, zeigt sich der Youngster sichtlich überrascht.



In den DSMB-Enduro-Cup-Klassen sorgte diesmal Danny Richter für ein echtes Highlight. Der Krumhermersdorfer sicherte sich seinen ersten Sieg! „Ich hatte nach meinem Auftritt in Uelsen doch einiges gut zu machen. Die Bedingungen kamen mir dabei entgegen, ich mag Hartboden. Ich bin richtig gut klar gekommen und dann auch noch zu gewinnen ist natürlich super“, freut sich der E1B-Tagessieger, auf dessen Konto zudem alle Prüfungsbestzeiten gingen.



Daniel Hänel stand in der Klasse E2B als Zweiter auf dem Podium, während Jeremy Nimmrich dieses als Vierter in der Jugend-Kategorie knapp verpasste.
Für den dritten Team Sturm-Tagessieg sorgte Urgestein Dirk Peter in der Senioren-Klasse. In Waldkappel herrschten genau seine Bedingungen. Viermal Prüfungsbestzeit und ein deutlicher Vorsprung von über einer Minute sprechen eine mehr als deutliche Sprache! Bei der Siegerehrung schnappte er sich dann das Mikro und meinte „Es war eine richtig superschöne Geländefahrt. Danke an die Organisatoren für ihre tolle Arbeit. Es hat extrem viel Spaß gemacht, ich komme jederzeit gern wieder.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Text: Peter Teichmann

5. & 6. DEM-Lauf in Rüdersdorf – Die meisten Fahrer vom Team Sturm Zschopau kamen mit großen Erwartungen zum DEM-Finale. Schließlich versprach der „Novemberpokal 2020“ in Rüdersdorf eine waschechte Geländefahrt zu werden. Endlich Schluss mit den ungeliebten Sandrennen. Hier sind ganz andere fahrerische Qualitäten gefragt. Sonderprüfungen mit unzähligen Auf- und Abfahrten ließen die Fahrer-Herzen höher schlagen. Zudem verwandelte vorausgegangener Regen die Strecke in eine echte Schlammwüste, so dass sich nach und nach immer tiefere Spuren ausfuhren. Vor allem der zweite Tag wurde zu einer extrem schweren Angelegenheit. Zu einem, weil den Aktiven langsam die Körner ausgingen, zum anderen da wieder Regen einsetzte.

Doch das waren genau die Bedingungen, auf die Florian Görner gehofft hatte. Schon am ersten Fahrtag war er gut dabei, verpasste aber als Vierter in der E3 noch knapp das Podium. Am zweiten Tag schlug dann aber seine Stunde. Im tiefen Schlamm wuchs der 20-Jährigen förmlich über sich hinaus, da er derartige Bedingungen nahezu liebt. „Von mir aus hätte es sogar noch mehr regnen können“, meint Flo, der mit dieser Aussage bei manchen Fahrerkollegen für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. „Der erste Tag war schon gut, aber da unterliefen mir ein paar kleinere Fehler. So habe ich mir, wie schon in Burg, am Samstagabend noch einmal ein paar Stellen in den Prüfungen angeschaut. Das hat wieder sehr viel gebracht.“ Und in der Tat, mit Rang fünf im Championat setzte er nicht nur ein dickes Ausrufezeichen, sondern auch seine persönliche Bestmarke. In der E3-Klassenwertung schaffte er als Zweiter erstmals den Sprung auf das Podium. „Das ist der Hammer“, jubelt der Scharfensteiner, „ich habe schon am Morgen gedacht, als es wieder anfing zu regnen, wenn es heute nichts mit dem Podium wird, wann dann?“



Support-Fahrer Chris Gundermann überraschte im schwierigen Terrain ebenfalls mit den Tagesrängen zwei und drei, was der Pechvogel der letzten Rennen mit großer Freude zu Kenntnis nahm und meint: „Nun endlich im Endurosport angekommen zu sein.“ Auch Nick Emmrich bewies seine Endurofahrer-Qualitäten. Nach Platz sieben am Samstag konnte er sich am Sonntag auf Rang fünf verbessern. Mehr noch, seinen Rückstand auf den Sieger konnte er dabei um zwei Minuten deutlich verringern.



In der Klasse E2 überzeugte Maik Schubert mit zwei siebten Plätzen, während Patrick Irmscher mit einem irreparablen technischen Defekt am Kolben bereits am ersten Tag ausschied. Am Folgetag wechselte er die Seiten und betreute seine Teamkollegen an der Strecke. „Das war auch einmal ganz schön“, gesteht der Amtsberger und ergänzt mit einem verschmitzten Lachen, „ich bin gar nicht so unglücklich, bei diesem Wetter nicht fahren zu müssen.“ Auch Junioren-Fahrer Marvin Poller musste am ersten Tag vorzeitig die Segel streichen, lieferte aber am zweiten mit Platz sechs seine beste Saisonleistung ab.

Für ein überaus grandioses Ergebnis sorgte Kevin Nieschalk. Nicht immer lief in dieser Saison für den 23-Jährigen alles rund. Doch an diesem Wochenende passte einfach alles: Sieg an beiden Tagen in der Junioren-Klasse! „Endlich einmal richtiges Enduro“, lacht Kevin, der bei schwierigen Anforderungen sein ganzes Können exzellent ausspielt. „Aber ehrlicherweise hätte ich nicht gedacht, dass es am Samstag zum Tagessieg reicht. Mein Motorrad ging immer wieder aus. Einmal auch in ungünstiger Position an einem Hang mitten in der Sonderprüfung. Leider konnten wir die Ursache nicht ausmachen.“ Doch die Technik hielt auch noch den zweiten Tag, so dass Kevin tatsächlich die Maximalpunktzahl für sich verbuchen konnte. Damit verbesserte er sich in der Meisterschaft noch auf Rang zwei. Für den ganz großen Coup fehlten am Ende allerdings zwei Zähler. „Klar bin ich auch etwas enttäuscht, den Titel so knapp verpasst zu haben“, so der frischgebackene Vizemeister, der selbstkritisch anmerkt, „die Meisterschaft habe ich in den Rennen zuvor verloren, da war ich einfach nicht konstant genug.“



Bruder Domenik stand am ersten Tag in der Jugend-Klasse im DMSB-Enduro-Cup ganz oben auf dem Treppchen. „Endlich hat einmal alles gepasst. Ich habe mich so auf das Rennen gefreut. Die Strecke war genau nach meinem Geschmack. Endlich richtiges Gelände und kein Sand“, frohlockt der 17-Jährige, der damit zusammen mit Kevin für ein Novum sorgte. Noch nie gelang es zwei Brüdern die beiden Nachwuchsklassen in der A- sowie B-Lizenz an einem Tag zu gewinnen! Dieses Kunststück sollte möglichst am zweiten Tag wiederholt werden. Alles deutete bereits schon darauf hin. Doch Domenik erwischte eine der unzähligen Auffahrten nicht richtig und landete neben der Strecke im Gebüsch. Die Bergung seiner KTM nahm viel Zeit in Anspruch. „Danach hatte ich nicht nur dicke Arme, sondern auch einen  dicken Hals. Das Ganze war sehr ärgerlich!“ Doch der Youngster gab nicht auf und startete eine große Aufholjagd, die am Ende mit Tagesrang drei belohnt wurde.



Jeremy Nimmrich, ebenfalls in der Jugend-Kategorie unterwegs, musste in seinem ersten Enduro-Jahr bei solch anspruchsvollen Streckenverhältnissen Lehrgeld zahlen. Dennoch biss sich der Teenager mit großem Kämpferherz durch das gesamte Wochenende. Der Lohn: Platz sieben und fünf. Auch E1B-Fahrer Danny Richter trotzte den widrigen Bedingungen und belegte zweimal Rang fünf!

Jubel bei den Senioren. Dirk Peter holte den Titel, während Rene Uhle Gesamtzweiter wurde. „Es war ein gutes Jahr“, bilanziert Dirk zufrieden, der beide Tage gewann und für den es nun bereits der dritte Titel in der Senioren-Klasse ist. „Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Die Strecke war wirklich extrem ausgefahren und sehr zermürbend. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist.“



Rene Uhle konnte sein Glück kaum fassen, schimpfte er doch am ersten Tag noch wie ein Rohrspatz. „Das war nix“ kommentiert er seinen elften Platz, während Mario Fräßdorf guter Siebter wurde. Am zweiten fuhr Rene auf diese Position, was ihm genügend Punkte bescherte, um noch auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. „Eigentlich war das Wochenende von vorn bis hinten sehr bescheiden, um es noch nett auszudrücken. Dafür ist das Endergebnis umso besser“, freut sich der neue „Senioren-Vize“.



Abschließend möchte sich das Team Sturm Zschopau bei allen Partnern und Sponsoren, aber auch allen Helfern und Betreuern für die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit in diesem verrückten und für alle nicht ganz einfachen Jahr 2020 bedanken!

Text: Peter Teichmann



 

1. & 2. DEM-Lauf in Meltewitz – Endlich geht es los! Nach den erneut Corona geschuldeten Absagen im Frühjahr wurde nun der Auftakt zur Int. Deutschen Enduro Meisterschaft mit einem Sprint-Enduro in Meltewitz vollzogen. Die Prüfung war durch „Rund um Dahlen“ bereits bekannt, der Austragungsmodus hingegen weniger. Kurze Runde, bestehend aus Etappe und Sonderprüfung, die am Samstag zwölfmal und am Sonntag achtmal in entgegengesetzter Richtung absolviert werden musste.

Klasse E1
Beide Team-Fahrer erwischten einen Saison-Einstand nach Maß und beendeten den ersten Fahrtag auf dem Podest. Florian Görner wurde sensationeller Zweiter und Kevin Nieschalk starker Dritter. „Das hätte ich im Leben nicht erwartet, ich bin wirklich überglücklich“, gestand Kevin, der sich zum Ziel ein Resultat in den Top Fünf vorgenommen hatte. Am Folgetag lief es hingegen nicht ganz optimal. „Es ging im ersten Test gleich schon blöd los, als ich weggerutscht bin. Trotz des frühen Rückstandes konnte ich mich gut zurückkämpfen. Allerdings erwischte ich später mit der Schulter einen Baum, so dass ich schnurstracks in die Sträucher abbog. Bis ich da wieder raus war, hatten mich schon drei Fahrer überholt. Alles in allem hat mich diese Aktion nicht nur mächtig Zeit, sondern auch einige Plätze gekostet“, so der Tagesfünfte etwas enttäuscht. Wesentlich zufriedener wirkte Florian, der als Dritter erneut auf dem Podest stand. „Ich bin natürlich super glücklich, da ich wirklich gänzlich ohne Erwartungen hier hergekommen bin und eigentlich nur ein paar Punkte mitnehmen wollte“, erzählt Flo, der sich Ende April das Kahnbein gebrochen hatte und seitdem so gut wie gar nicht mehr auf dem Motorrad gesessen hat. „Umso erstaunlicher, dass es so super lief. Ich bin wirklich durchweg gut klar gekommen.“



Klasse E2
Nick Emmrich ist nach einem Jahr in der E3 nun wieder zurück auf seinem geliebten 450ccm-Viertakter. Das dies eine goldrichtige Entscheidung war, spiegelt sich in seinen Resultaten eindrucksvoll wieder. Platz sechs und Platz fünf, dazu an beiden Tagen in den Top Zehn der Championatswertung. „So gut war ich seit drei Jahren nicht mehr“, freut sich Emme mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Ich hatte eine wirklich gute Saison-Vorbereitung. Mit dem Motorrad komme ich super klar, das passt alles. So stimmten plötzlich wieder die Trainingszeiten, folglich kehrte der Spaß zurück. Und so kam eins zum anderen.“ Patrick Irmscher belegte an beiden Tagen Rang neun, worüber er nur bedingt zufrieden war. „Am ersten Tag bin ich einmal neben der Strecke zwischen unzähligen Brombeersträuchern gelandet.  Es hat eine halbe Ewigkeit gedauert, bis ich da wieder raus war. Ich war wie gefesselt“, berichtet Patrick, der seinen Humor dennoch nicht verloren hat, „ganz ehrlich, auf leckere Brombeeren hatte ich in diesem Moment wirklich keinen Appetit.“  



Klasse E3
In dieser Kategorie überzeugte, der vom Team Sturm vor Ort unterstützte, Chris Gundermann auf ganzer Linie. Mit zwei zweiten Plätzen sowie Rang vier und fünf im Championat machte dieser deutlich, das er sich zu einer echten Größe in der Int. Deutschen Enduro Meisterschaft gemausert hat. „Drei Jahre im Enduro, das muss sich nun aber auch langsam auszahlen“, lacht der großgewachsene KTM-Fahrer. „Es hat an diesem Wochenende einfach rundum alles gepasst. Das Motorrad hat gehalten, ich fühlte mich fit und bin super klar kommen.“ Jeweils Tagesdritter hinter Chris wurde Andreas Beier, der erstmals mit einer 300ccm-Zweitakt-Maschine in das Geschehen eingriff. „Das Motorrad macht mir totalen Spaß, aber wenn die Zeiten nicht kommen, dann wird es natürlich schwierig“, zeigt sich der achtfache Deutsche Enduro Meister leicht enttäuscht und etwas nachdenklich.



Klasse Junioren
Hier war mit Domenik Nieschalk ein Einzelkämpfer am Start, der jedoch einen denkbar unglücklichen DEM-Einstand erwischte. Gleich im ersten Test schlug er mächtig ein, so dass er im ersten Moment schon Sorge hatte, dass es das bereits gewesen war. „Ich bin an der Abfahrt hinter dem Steinfeld gestürzt und habe mir dabei Oberarm und Hüfte geprellt. Danach bin ich nur noch rumgerollt, um mir möglichst viele Punkte zu sichern.“ Dies gelang mit Platz acht. Am Folgetag wiederholte er sein Resultat, aber auch seinen Sturz. Diesmal erst in der letzten Runde und jetzt war es die Schulter auf der anderen Seite, die tiefe Kratzer abbekam. „Da war einfach die Kraft alle und ich konnte den Lenker nicht mehr halten. Passiert halt“, zuckt Domenik nur mit den Schultern.



Die DEM wird am 22.8. mit der Waldkappeler Geländefahrt in Sontra fortgesetzt, während die Fahrer des DMSB Enduro-Cup schon eine Woche zuvor bei der Doppel-Veranstaltung in Itterbeck gefordert sind.

Text: Peter Teichmann



 

Während die DEM-Fahrer noch eine Woche Pause haben, ging es für die Starter des DMSB Enduro-Cup am vergangenen Sonntag bereits um die nächsten Meisterschaftspunkte. Gefahren wurde in Kempenich, der einzigen westdeutschen Veranstaltung im diesjährigen Kalender. Nach den ganzen Sand-Rennen war die Mittelrheinische Geländefahrt mit ihrem Hartboden-Terrain eine willkommene Abwechslung. Die Etappe enthielt keine herausragenden Schwierigkeiten parat. Dafür waren die Aktiven in den beiden Sonderprüfungen gefordert. Die eine war auf einer Ackerfläche abgesteckt, die andere führte durch die obligatorische Lavasand-Grube bei Engeln, welche erneut mit ihren vielfältigen, technisch anspruchsvollen Passagen bestach. Dass derartige Streckenverhältnisse den Fahrern vom Team Sturm Zschopau besser liegen, als die Tiefsand-Rennen der letzten Wochen, spiegelt sich in den höchst erfreulichen Ergebnissen wieder.

So gelang Danny Richter als Dritter in der Klasse E1B erstmals der Sprung auf das Podest, nachdem er das in diesem Jahr schon öfters knapp verpasst hatte. „Ich freue mich, dass es nun endlich geklappt hat“, strahlt der Krumhermersdorfer und fasst seinen Tag wie folgt zusammen: „Die ersten zwei Runden habe ich leider etwas verschlafen. Dann habe ich mich aber noch gut hineinfinden können, so dass die letzten beiden richtig gut waren. Es hat viel Spaß gemacht, endlich einmal ein Rennen auf Hartboden!“

Nur 1,19 Sekunden dahinter landete Daniel Hänel auf Rang vier. Ein überaus gelungenes Comeback des 35-Jährigen, der nach seinem schweren Sturz beim RuZ-Prolog 2019 und der daraus resultierenden langen Verletzungspause nun sein erstes Rennen bestritt. „Ich bin erst seit Kurzem wieder gesund geschrieben. Da habe ich mich halt einmal auf´s Motorrad gesetzt und die Lust war gleich wieder da“, lacht Daniel, der einfach nur Spaß hatte, wieder Enduro zu fahren. „Die Prüfungen waren sehr gut. Das es nicht mit dem Podium geklappt, ist nicht weiter tragisch. Ich freue mich für Danny, er hat es verdient!“

Auch Jeremy Nimmrich verpasste als Vierter in der hartumkämpften Jugend-Klasse das Podium, wenngleich nicht ganz so knapp wie Daniel. Entsprechend zurückhaltend fiel auch sein Fazit aus. „Ich bin leider zweimal gestürzt und auf der Acker-Prüfung bin ich nicht so gut zurecht gekommen. Dafür lief es in der Lavasand-Grube besser.“

Vanessa Danz lacht hingegen über das ganze Gesicht. Auch sie war nach einer langen Verletzungspause erstmals wieder bei einer Geländefahrt am Start. „Ich bin tatsächlich mein letztes Rennen genau hier vor einem Jahr gefahren“, erzählt die 26-Jährige, die in der Damen-Klasse einen starken zweiten Platz belegte, „es lief richtig gut für mich und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.“

Bei den Senioren bleibt Dirk Peter das Maß aller Dinge. Trotz Sieg, mit über einer Minute Vorsprung, sieht er Verbesserungspotenzial: „Im zweiten Test der ersten Runde habe ich mich lang gemacht. Da habe ich etwas den Abschnitt nach den großen Pfützen unterschätzt, der doch ziemlich glatt war. Ansonsten passte alles.“

Dahinter landete Rene Uhle auf Platz zwei, der somit wieder für einen Doppelsieg sorgte. Mario Fräßdorf als Siebter und Enrico Trott als Zehnter komplettierten das gute Abschneiden, während Heiko Schmidt in der, mit 59 Teilnehmern am stärksten besetzten Super-Senioren-Kategorie Platz 43 belegte.

Text: Peter Teichmann