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  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

4. DEM-Lauf in Tucheim – „Wirklich eine Top-Veranstaltung. Die Organisatoren lassen sich doch tatsächlich immer wieder etwas Neues einfallen“, findet Nick Emmrich für den ausrichtenden MC Fiener Tucheim e.V. anerkennende Worte. So wurde die Strecke erstmals seit gut 25 Jahren anders herum gefahren. Zudem gab es eine gänzlich neue Sonderprüfung, in der drei selektive Waldstücken mit teils umgestürzten Bäumen für die nötige Würze sorgten.

„Es hat wirklich extrem viel Spaß gemacht“ strahlt Nick, der endlich auch einmal mit seiner Leistung zufrieden war. „Ich bin einige gute Prüfungszeiten gefahren, die mich durchaus positiv stimmen. Das war in Burg ja nun leider gar nicht der Fall.“ Auch wenn der, bereits seit 2005 in der Meisterschaft aktive Borstendorfer in seiner Karriere scheinbar alles erlebt hat, gibt es doch immer wieder Überraschungen. „Kurz vor dem Start in den zweiten Test bemerkte ich, dass sich die Bremsbeläge komplett abgelöst hatten. Und in der gleichen Prüfung, nur eine Runde später, habe ich mir den Auftritt meines Fußbremshebels komplett weggetreten. Irre, so etwas habe ich echt noch nie erlebt“, berichtet Nick, der mit Rang sechs in der E3 durchaus zufrieden ist.



Einen Rang davor platzierte sich Florian Görner, der an diesem Tag ein wahres Sturz-Festival erlebte. „Im ersten Test hat es mich gleich dreimal runter gehauen. Und auch danach in fast jedem ein weiteres Mal“, seufzt der 20-jährige Scharfensteiner, der dennoch nicht ganz unzufrieden war. „Zwar konnte ich nicht ganz umsetzen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Doch Platz fünf in der Klasse und Rang dreizehn im Championat gehen schon in Ordnung.“



In der Klasse E2 wurde Patrick Irmscher guter Achter. „Das ist meine beste DEM-Tagesplatzierung überhaupt“, zeigt sich der Amtsberger durchaus stolz, der dennoch an seiner Fahrweise Verbesserungspotenzial sieht. Für die Veranstaltung selbst hatte auch er nur lobende Worte übrig: „Für mich war es die bisher schönste Veranstaltung in diesem Jahr. Die Organisatoren haben sich in allen Bereichen wirklich viel Mühe gegeben.



Unmittelbar hinter Patrick belegten Maik Schubert und Martin Kradorf die Plätze neun und zehn. Doch nicht alle Team-Fahrer konnten ihr Punktekonto aufstocken. Wie es sich bereits im Wochenverlauf abzeichnete, verzichtete Andreas Beier auf einen Start in Tucheim. Tobias Opitz (E1) musste nach einem heftigen Sturz und die dadurch hervorgerufenen Schwindelgefühle vorzeitig aufgeben. Auch Junioren-Fahrer Marvin Poller sah das Ziel nicht. Ein technischer Defekt (Kupplungsschaden) stoppte ihn in aussichtsreicher Position, ebenso wie Support-Fahrer Chris Gundermann (E3), der sich bei einer unsanften Berührung mit einem Streckenbegrenzungspfahl den Kühlerschlauch herausriss.

Dafür sorgte Kevin Nieschalk als starker Dritter bei den Junioren für einen Lichtblick. „Eigentlich mag ich keinen Sand. Ich bin auch sehr froh, dass jetzt alle Sandrennen vorbei sind“, lacht der 22-Jährige. „Ich konnte ein paar wirklich gute Zeiten fahren. Um aber noch weiter nach vorn zu kommen, fehlte mir die nötige Konstanz“, so seine Einschätzung.



In der Senioren-Klasse setzte Dirk Peter seinen Siegeszug weiter fort. Viertes Rennen, vierter Sieg und folglich die überlegene Führung in der Meisterschaft. Rene Uhle, der an beiden Tagen in Burg auf dem Treppchen stand, verpasste den erneuten Sprung unter die Top-Drei als Vierter diesmal denkbar knapp. Mario Fräßdorf belegte einen soliden neunten Platz.



Auch die Riege der Nachwuchsfahrer konnte gute Ergebnisse erzielen. So wurde Danny Richter in der E1B guter Fünfter. Selbe Position hatte Domenik Nieschalk in der Jugend-Klasse inne, der damit Team-Kollege Jeremy Nimmrich auf Platz sechs verwies. „Dennoch bin ich nicht wirklich glücklich. Ich habe im Sand einfach viel zu große Defizite“, schimpft Domenik im Ziel. Zudem machte ihm seine Sturzverletzung aus der Vorwoche noch arg zu schaffen. „Ich wollte es aber unbedingt probieren. Zu Beginn war es noch erträglich, doch gegen Ende war es schon eine echte Quälerei“, so der Youngster, der sich dennoch bravourös durchbiss.

Text: Peter Teichmann

2. & 3. DEM-Lauf in Burg – Nach zwei, durch Waldbrandgefahr bedingte Absagen in Folge kam es nun doch nur zur silbernen Jubiläumsveranstaltung in Burg. Auch bei der 25. Auflage galt es, wie zuletzt 2017, drei verschiedene Sonderprüfungen pro Runde zu meistern, die sich wie üblich über das Wochenende komplett ausfuhren. Speziell am zweiten Tag, machten tiefe Löcher und Wellen den Fahrern zu schaffen.

Für das Team Sturm Zschopau gab es in Burg einige Lichtblicke, jedoch auch ein paar Nackenschläge zu verdauen. Vor allem musste eine besonders bittere Pille geschluckt werden. Der amtierende Deutsche Enduro Meister das Klasse E1, Andreas Beier stellte sein Motorrad am zweiten Fahrtag frühzeitig ab. Arge gesundheitliche Probleme machten diesem zu schaffen. „Ich habe mich komplett unwohl gefühlt, war total kaputt. Ich saß auf dem Motorrad, als wäre ich gar nicht richtig anwesend“, zeigt sich der Routinier tief enttäuscht. Auch der erste Tag lief nicht ganz nach Wunsch für ihn, dennoch konnte er Platz zwei in der Klassenwertung erreichen.

So lag es an den anderen, für ein Erfolgserlebnis zu sorgen. So beispielsweise Florian Görner, der einen durchweg positiven Eindruck hinterließ. „Der erste Tag lief schon recht gut. Test eins und zwei sind mir wirklich entgegen gekommen, nur im dritten habe ich immer etwas zu viel Zeit liegen lassen“, berichtet der Tagesfünfte in der E3, der am Abend extra noch einmal die besagte Prüfung ablaufen war, um sich ein paar bessere Spuren und Linien auszuspähen. „Das hat wirklich etwas gebracht. Ich konnte mich nochmals steigern und sogar um den dritten Platz kämpfen. Das war schon ein tolles Gefühl“, freut sich der 20-Jährige, der letztlich knapp geschlagen Vierter wurde.

Versöhnt und am Ende dann doch zufrieden trat auch Kevin Nieschalk die Heimreise an. Am ersten Tag brachte ihn ein Sturz komplett von der Rolle. „Ich habe in der dritten Prüfung an einer Bergauf-Passage mein Motorrad voll in die Büsche gelassen, was sich zudem dort richtig verkeilt hat“, zeigt sich Kevin fassungslos, der sich selbst wiederum ein paar Meter weiter unten wiederfand, „danach lief nichts mehr zusammen, ich war nervlich komplett am Ende. Letztlich stand Rang vier für den 22-Jährigen zu Buche, der sich für  den Folgetag vornahm, die bisherigen Geschehnisse komplett auszublenden. „Und das funktionierte ganz gut. Ich habe nur auf mich geschaut und nicht auf die Zeiten der anderen“, berichtet Kevin, der dieses Mal wesentlich besser über die Runden kam und letztlich starker Zweiter bei den Junioren wurde. Marvin Poller, ebenfalls in dieser Nachwuchsklasse unterwegs, belegte an beiden Tagen Platz neun.

Solide Leistungen zeigten auch die drei Team-Fahrer in der E2-Klasse. Schnellster des Trios war Maik Schubert, der an beiden Tagen einen guten achten Rang belegen konnte. Patrick Irmscher wurde Neunter und Zehnter, Martin Kradorf Zehnter und Elfter.

Nick Emmrich zählt sich zu jenen Fahrern, die überhaupt nicht mit sich zufrieden waren. „Es lag nicht an der Veranstaltung“, unterstreicht „Emme“, der vor zehn Jahren hier zweimal auf dem Podium stand und am Ende Vizemeister wurde. „Ich kann mir nicht so recht erklären, wo ich die ganze Zeit habe liegen lassen. Ich habe doch nicht plötzlich das Motorradfahren verlernt“, zweifelt der 31-Jährige, der in der Klasse E3 dennoch zweimal Sechster wurde.

Viel Freude machten auch die Nachwuchsfahrer in den Pokal-Klassen. In der E1B sicherte sich Danny Richter zwei vierte Plätze, wobei er einmal davon hauchdünn an seinem ersten Podestplatz vorbeigeschrammt ist. Die beiden jüngsten im Team, Domenik Nieschalk und Jeremy Nimmrich, zeigten in der Jugend-Klasse ebenfalls sehr ansprechende Leistungen. Platz vier und fünf standen für die Youngsters am ersten Tag zu Buche. Am zweiten konnte sich Jeremy auf Rang vier verbessern, während Domenik nach einem heftigen Abflug, bei dem er sich den Lenker recht schmerzhaft in den Oberschenkel rammte, vorzeitig aufgeben musste.

In der Senioren-Klasse erwies sich Dirk Peter erneut als sichere Bank. Zwei überlegene Tagessiege ließen den Thüringer Dauerbrenner strahlen. Aber auch Rene Uhle hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Mit Rang drei und dann sogar Platz zwei stand er erstmals im Senioren-Cup auf dem Podest. „Schön, dass es endlich einmal geklappt hat. Gern möchte ich meine Leistung kommendes Wochenende bestätigen“, richtet Rene bereits seinen Blick auf die bevorstehende Veranstaltung in Tucheim. Auch Mario Fräßdorf, zweimal Zehnter und Enrico Trott, Dreizehnter und Fünfzehnter, sammelten Punkte.

Text: Peter Teichmann

8. DEM-Lauf in Tucheim – Erstmalig wurde das Finale zur Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft in Tucheim ausgetragen, als Hommage an die 50. Auflage der Geländefahrt „Rund um den Fiener“. Passend zum großen Jubiläum zeigte sich das Wetter, im Gegensatz zur Vorwoche in Kempenich, als überaus sonnig und freundlich. Die Strecke führte die Fahrer, bis auf wenige Meter, ausschließlich durchs Gelände. Gewürzt wurde die rund 55 Kilometer lange Runde von gleich drei verschiedenen Sonderprüfungen, welche allesamt sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll gesteckt waren.

Schnellster Team-Fahrer an diesem Tag wurde Edward Hübner. Der Titelverteidiger der E2-Kategorie lag vor dem Finale auf dem zweiten Platz. Um noch den ersten zu erreichen, hätte er schon fast ein kleines Wunder gebraucht. „Da hätte ich schon gewinnen müssen und Davide lediglich Dritter werden dürfen. Aktuell ist das aber nur schwer vorstellbar“, so Eddi, der mit Davide von Zitzewitz derzeit das Geschehen an der Spitze bestimmt. Doch unmöglich ist nichts und so machte der 31-Jährige von Beginn an ordentlichen Druck. „Das klappte ganz gut. Einzig mit meiner Kupplung hatte ich zwischenzeitlich Probleme, was mich kurzzeitig etwas aus dem Konzept brachte. Zum Glück haben wir alles in Griff bekommen. Bis auf zwei Stürze, wodurch ich leider noch den dritten Tagesrang im Championat einbüßte, lief alles glatt. Unterm Strich ein guter Tag. Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, zieht Eddi ein zufriedenstellendes Fazit über das Saisonfinale. „Klar wäre mit dem Titel alles noch schöner, doch mit der Vizemeisterschaft bin ich auch sehr zufrieden. Und im nächsten Jahr wird wieder angegriffen!“



Auch Andreas Beier wird im kommenden Jahr seine Titeljagd fortsetzen. Der Routinier erlebte in Tucheim nicht den einfachsten Tag. „Ich bin mit viel Schwung in den Tag gestartet, habe dann aber leider etwas den Faden verloren. Hinzu kamen zwei Stürze und mein Rhythmus war weg. Das hat mich schon etwas gewurmt“, so der 32-Jährige, der nur zu gern noch die eine oder andere Attacke auf die Bestzeit gestartet hätte. „Das wäre aber sehr unklug gewesen. Es war an der Zeit, meinen Ehrgeiz etwas zurückzuschrauben. Ich war in der Bringepflicht. Den Titelgewinn noch auf den letzten Metern leichtfertig zu riskieren, wäre wirklich extrem fahrlässig gewesen“, so Andi, der dennoch einen überlegenen Tagessieg in der E1 einfuhr und damit bereits seine siebente Meisterschaft in dieser Kategorie perfekt machen konnte und sich nun, mit dem E2-Titel von 2014, achtfacher Deutscher Enduro Meister nennen darf! „Na klar ist dieser Titelgewinn nicht mehr ganz so emotional, wie der erste“, grinst Andi verschmitzt, „dennoch ist es immer wieder ein schönes Gefühl, schließlich arbeitet man das ganze Jahr hart auf diesen Erfolg hin.“

 

Nach Gold durch Andi und Silber durch Eddi gab es auch noch „DEM-Bronze“ für das Team Sturm. Kevin Nieschalk komplettierte als Dritter das Podium bei den Junioren, wenngleich er sich den Ausgang etwas anders gewünscht hätte, denn die Chance auf den Vizetitel war da. „Der Tag begann noch recht gut, doch dann schlichen sich immer mehr Fehler ein. Dazu ist mir noch der Auspuff gerissen und der E-Starter kaputt gegangen. Zwar konnten wir diese Probleme beheben, aber irgendwie war ich im Kopf nicht mehr so frei, wie ich es mir gewünscht hätte“, zeigt sich Kevin leicht geknickt, der aber trotz der knappen Niederlage sein Lächeln schon bald wiederfand.



Tobias Opitz musste auf den letzten Metern der Saison ebenfalls noch eine empfindliche Niederlage verkraften. Vor dem Finale lag der 20-Jährige in der Klasse E1B mit einem Punkt Vorsprung noch an der Spitze. Doch sein dritter Platz reichte nicht aus, um diese Position zu verteidigen. So blieb ihm, mit nur einem Punkt Rückstand, der Vizetitel.



Auch Dirk Peter hatte das Glück nicht auf seiner Seite. Die „Thüringer Bratwurst“ verpasste die erfolgreiche Titelverteidigung bei den Senioren denkbar knapp. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte diesmal sein Dauerrivale Sven Kiedrowski das bessere Ende auf seiner Seite. „Es ist okay. Ich habe wirklich alles herausgeholt und mein Bestes gegeben“, so Dirk, der sich im Sand ohnehin nicht so wohl fühlt, wie beispielsweise auf dem von Wurzeln überzogenen Erzgebirgsboden. „Rückblickend war es wirklich ein gutes Jahr, mit dem ich sehr gut leben kann. Ich bin zufrieden“, so die abschließenden Worte des Vizemeisters im Deutschen Enduro-Senioren-Cup.



Die Saison im Deutschen Enduro-Damen-Cup ging gleich mit einem Dreifach-Erfolg des Zschopauer Enduro-Teams zu Ende. Bereits vor dem Finale waren die Plätze eins durch Maria Franke und Rang zwei durch Vanessa Danz fest vergeben. Während Vanessa beim Saisonfinale krankheitsbedingt fehlte, unterstrich Maria erneut ihre ganze Klasse. Erstmals mit einer 300er Zweitakt-KTM unterwegs, gewann die junge Mutti erneut überlegen die Damen-Kategorie und startet so frohen Mutes zu den Six Days. „Auch dort werde ich den Zweitakter fahren. Von daher bin ich schon sehr zufrieden, wie gut es jetzt lief. Ich kam tatsächlich noch besser zurecht, als ich es mir erhofft hatte“, strahlt Maria.



Anna-Lena Siebenhühner ging hingegen mit einer Schulterverletzung an den Start. Doch die KTM-Fahrerin biss sich bravourös durch und sicherte sich mit Rang drei die nötigen Punkte, die zum Bronzeplatz in der Damen-Kategorie genügten. „Es war wirklich nicht leicht, aber ich wollte unbedingt das Ziel erreichen. Umso glücklicher bin ich, dass alles gut ausgegangen ist. Es war wirklich ein tolles Jahr“, freut sich Anna-Lena über ihren bisher größten sportlichen Erfolg.



Abschließend möchte das Team Sturm die Gelegenheit nutzen, sich bei allen Sponsoren, Partnern und Helfern für die tolle Unterstützung, die angenehme Zusammenarbeit und nicht zuletzt für die viele ehrenamtliche Arbeit zu bedanken, ohne die so ein Team-Betrieb auf diesem Level kaum möglich wäre. Vielen Dank und auf ein neues, hoffentlich ebenso erfolgreiches Jahr 2020!

DEM-Endplatzierungen 2019:
E1: 1. Andreas Beier // E2: 2. Edward Hübner, 10. Patrick Irmscher // E3: 6. Florian Görner, 9. Maik Schubert, 12. Gerrit Helbig, 20. Kenny Lötzsch // Junioren: 3. Kevin Nieschalk, 11. Marvin Poller, 14. Kurt Reichel // E1B: 2. Tobias Opitz, 4. Florian Pfefferkorn, 6. Daniel Weißbach, 7. Philipp Richter, 8. Danny Richter, 20. Michael Martin // E2B: 31. Martin Weißbach // E3B: 4. Etienne Ulbricht, 10. Lukas Lange, 12. Sebastian Bräuer // Senioren: 2. Dirk Peter, 4. René Uhle, 12. Mario Fräßdorf, 15. Enrico Trott, 16. Jens Oestreich // Damen: 1. Maria Franke, 2. Vanessa Danz, 3. Anna-Lena Siebenhühner

Text: Peter Teichmann










1. DEM-Lauf in Rehna – So spät, wie nie zuvor startete die Int. Deutsche Enduro Meisterschaft am vergangenen Wochenende in die neue Saison. Vier Runden mit je zwei sehr langen Sonderprüfungen, galt es unter spätsommerlichen Bedingungen zu meistern. Der Fahrtag gestaltete sich mit über neun Stunden, davon über eine Stunde Prüfungszeit, als mächtig zermürbend und kräftezehrend.

 

Für das Team Sturm Zschopau holte in erster Linie Andreas Beier die Kohlen aus dem Feuer. Der Routinier setzte sich in der Klasse E1 souverän durch und legte damit den Grundstein für seine angestrebte Titelverteidigung. „Mit dem Tagessieg bin ich natürlich zufrieden. Mit Blick auf das Championat war heute leider nicht mehr drin. Ich war am absoluten Limit und manchmal auch ein wenig darüber hinaus. So habe ich mich besonnen ruhig zu bleiben, um möglichst Fehler zu vermeiden“, berichtet Andi, der auch einen ernsthaften Schreckmoment zu überstehen hatte. „Test eins im Streckenabschnitt der Apfelplantage gab es einen wahnsinnigen Einschlag im Kopfbereich. An der Zeitkontrolle bemerkte ein Betreuer, dass ich sogar ein richtiges Loch im Helm hatte. Keine Ahnung, was das für ein Geschoss war“, zuckt der 32-Jährige ratlos mit den Schultern.



Ebenfalls in der E1 unterwegs war Tobias Opitz. Im letzten Jahr noch im Enduro-Cup unterwegs, gelang ihm mit Rang sieben ein solides DEM-Debüt. Maik Schubert platzierte sich als Zehnter in den Top Ten der E2, während Patrick Irmscher diese knapp verpasste. „Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte. Es lief heute einfach nichts so richtig zusammen“, zeigt sich der Zwölftplatzierte angesichts seiner Leistung enttäuscht.

Auch Florian Görner winkte nach dem Tag und seinem Platz acht in der E3 nur ab. Der 20-Jährige und „Rund um Rehna“ werden wohl keine dicken Freunde mehr. Schon im Vorjahr wollte dort nichts gelingen. „Auch diesmal bin ich überhaupt nicht zufrieden“, zeigt sich Florian konsterniert, „ich bin in der ersten Runde einfach nicht in Fahrt gekommen und habe mich fortan selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt heißt es, schnell abhaken und nach vorn schauen.“



Nick Emmrich, der nach sieben Jahren wieder für das Team Sturm an den Start geht, belegte in der gleichen Kategorie Rang sechs. „Es wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Doch bei den langen Prüfungen machte sich mein Trainingsrückstand doch bemerkbar“, so Nick, der aktuell mit Familie und Hausbau sehr eingespannt ist, „die ersten sechs, sieben Minuten liefen richtig gut, aber hinten raus ging dann leider nichts mehr.“



Dafür sorgte Kevin Nieschalk in der Junioren-Klasse mit Rang zwei für ein weiteres Highlight. Doch auch er sieht noch Verbesserungspotenzial. „Nach der ersten Runde war ich fast geschockt, dass meine Zeiten gegenüber den Konkurrenten so bescheiden waren, denn eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl“, berichtet Kevin, der jedoch ab der zweiten Runde wieder zu gewohnter Stärke fand. „Ich war zu Beginn viel zu zögerlich, dass muss ich für die kommenden Rennen unbedingt abstellen.“



Louis Richter musste sein Motorrad mit Motorschaden vorzeitig abstellen, während Marvin Poller das Rennen als Zehnter bei den Junioren beendete.

Team-Urgestein Dirk Peter bewies einmal mehr, dass auf ihn jederzeit Verlass ist. Der Thüringer sicherte sich einen souveränen Sieg in der Senioren-Klasse, äußerte sich aber über seine fahrerische Leistung dennoch verhalten: „Nach der langen Wettkampfpause war es okay. Es kann immer besser sein. Der Tag war sehr zermürbend, aber ich habe mich ganz gut durchgebissen.“ Rene Uhle verpasste als Vierter knapp das Podium, Mario Fräßdorf wurde Zwölfter und Enrico Trott Fünfzehnter.



In der E1B sorgten Philipp Richter als Siebter und Danny Richter als Achter für weitere gute Platzierungen. Und auch die beiden Youngster Domenik Nieschalk mit Platz sieben und Jeremy Nimmrich mit Rang acht zogen sich bei ihrem Debüt überaus achtbar aus der Affäre.

Text: Peter Teichmann

5. Lauf zum Deutschen Enduro-Cup in Kempenich – Die Mittelrheinische Geländefahrt am Rande der Hocheifel ist nicht unbedingt für übermäßige Härte und extrem hohe Anforderungen bekannt. Doch in diesem Jahr entwickelte sich die Enduro-Veranstaltung in Kempenich, die mit der 67. Auflage zu einer der traditionsreichsten Deutschlands gehört, zu einem echten „Kanten“. Starker Regen ließ die Geländefahrt zu einer anspruchsvollen und kräftezehrenden Angelegenheit werden, so dass für einige Klassen die Gesamtdistanz sogar um eine Runde gekürzt werden musste.

„Darüber war ich ehrlich gesagt gar nicht so böse“, gibt Maria Franke offen zu, die in der Damen-Klasse erneut einen souveränen Sieg einfuhr. „Die Prüfungen haben richtig Spaß gemacht und waren trotz der krassen Bedingungen gut fahrbar. Nur der Regen hat mich geschafft. Durch die nassen Klamotten habe ich auf der Etappe richtig gefroren, das war nicht schön. Daher war ich sehr froh, dass für uns bereits nach zwei anstatt drei Runden Schluss war“, zeigt sich Maria erleichtert, die sich bereits vor dem Finale über den Titel im Deutschen Enduro-Damen-Cup freuen darf. „Das ist natürlich ein schönes Gefühl, das Saisonziel schon vorzeitig erreicht zu haben“, strahlt die Gesamtsiegerin, für die es der zweite „Damen-DM-Titel“ nach 2013 ist.


 
Vanessa Danz komplettierte als Dritte das Podium in der Damen-Klasse, während Anna-Lena Siebenhühner, nach einem Sturz und zugezogener Schulterverletzung, vorzeitig aufgeben musste.



Einer, dem solche schlammige Bedingungen nur wenig ausmachen, ist Etienne Ulbricht. Der 31-Jährige kämpfte sich mit Bravour durch die tiefen Spurrillen und konnte sich am Ende über seinen ersten Podestplatz im Deutschen Enduro-Cup freuen. „Ich mag es eigentlich wenn es schlammig ist“, outet sich Etienne als Fan des schmierigen Untergrundes. „Zudem habe ich mich im Vorfeld gut auf derartige Ackerprüfungen vorbereitet. Schön, dass es sich ausgezahlt hat und ich endlich mein erstes Podium einfahren konnte“, strahlt der Drittplatzierte in der Klasse E3B.



Auch Florian Pfefferkorn überzeugte im Schlamm von Kempenich mit einer starken Leistung. „Eigentlich bin ich nicht zwingend ein Fan davon. Der Acker-Test mit den vielen Rinnen war für mich auch wirklich nicht einfach. Dafür bin ich auf der Prüfung in der Lavasand-Grube mit den vielen technischen Passagen richtig gut klar gekommen. Die hat mir einfach nur Spaß gemacht“, freut sich Florian, der bemüht war, einfach nur sauber und sturzfrei über die Runden zu kommen, was gelang und am Ende mit Rang zwei in der Klasse E1B auch belohnt wurde. Für den 27-Jährigen war es, wie für Etienne, ebenfalls der erste Besuch auf dem Siegertreppchen im Deutschen Enduro-Cup.



Tobias Opitz reihte sich, nur zwei Sekunden hinter Florian, als Dritter ein. Einige Stürze verhagelten ihm ein besseres Ergebnis. Dennoch verteidigte der 20-Jährige knapp seine Tabellenführung. Philipp Richter komplettierte als Vierter das gute Team-Ergebnis in dieser Kategorie.



Für ein weiteres Erfolgserlebnis sorgte Dirk Peter. Das „thüringische Enduro-Urgestein“ sicherte sich nach hartem Kampf den Sieg in der Senioren-Kategorie. „Es war nicht leicht“, berichtet Dirk, „zunächst bin ich nur schwer in Fahrt gekommen. Doch als der Regen zunahm und die Strecke noch anspruchsvoller und tiefer wurde, lief es bei mir.“ Mit diesem Resultat machte Dirk im Kampf um den Titel entscheidende Zähler gut und kann diesen nun so aus eigener Kraft verteidigen. „Wer das Finale gewinnt wird auch Meister“, so die simple Rechnung. Ob es ihm gelingt, wird sich kommenden Samstag zeigen, wenn in Tucheim die letzten Punkte der Saison vergeben werden. Dann sind auch wieder die DEM-Fahrer gefordert, denn auch bei denen ist noch nichts entscheiden. Es bleibt also bis zur letzten Kurve äußerst spannend!

Text: Peter Teichmann