Menü

  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

1. & 2. DEM-Lauf in Uelsen – Nach einem Jahr Pause startete die Int. Deutsche Enduro Meisterschaft wieder im hohen Norden an der deutsch-holländischen Grenze. Galt die Uelsener Geländefahrt in der Vergangenheit oft als zu leicht, so war diesmal das komplette Gegenteil der Fall. Vor allem der zweite Tag, an dem anhaltender Regen hinzukam und die gesamte Strecke im Schlamm versank, brachte Mensch und Material an die Grenze.



„Am Ende waren es wirklich harte Bedingungen“, zeigte sich auch Edward Hübner beeindruckt, der bei solchen anspruchsvollen Gegebenheiten zu den Stärksten im gesamten Fahrerfeld gehört. Allerdings begann das Wochenende für den E2-Titelverteidiger weniger glücklich, denn gleich im ersten Enduro-Test kam er heftig zu Fall. „Da hat es mich dermaßen abgeworfen, dass erst einmal das Motorrad weg war“, schüttelt Eddi den Kopf. Als er seine Maschine gerichtet und den Abflug verdaut hatte, startete er seine Aufholjagd, die letztlich mit Rang vier in der E2 endete. Am Folgetag, an welchem die Spuren auf der Strecke noch tiefer wurden, kämpfte der amtierende Meister von Beginn an um den Sieg. Vor dem letzten Test lag Eddi acht Sekunden hinter Spitzenreiter Davide von Zitzewitz. „Ich wusste, das ich ihn noch abfangen könnte, also habe ich alles auf eine Karte gesetzt“, gestand der 31-Jährige, dem es mit einer rasanten, fehlerfreien Fahrt tatsächlich noch gelang, den Tagessieg an sich zu reißen.



Andreas Beier stand am zweiten Tag in der E1 ebenfalls ganz oben auf dem Podium, während er den Sieg am ersten, selbst auf den letzten Metern verschenkte. „Die Prüfungen waren alle absolviert und ich gedanklich mit Tag eigentlich schon durch, da ist mir ein Fehler unterlaufen, der hätte nicht passieren dürfen“, berichtet Andi über die entscheidende Situation, als er an der Etappen-Zeitkontrolle eine Minute zu spät stempelte und so auf den zweiten Platz zurück rutschte. „In diesem Moment war ich einfach nur wütend auf mich selbst und richtig enttäuscht.“



Auch Florian Görner, der erstmals mit der großen Zweitakt-KTM an den Start ging war nach dem ersten Tag etwas bedient. „Es lief nicht ganz so, wie ich es mir erhofft hatte. Irgendwie lief mein Motorrad von unten heraus nicht so rund. Trotz aller Versuche haben wir es nicht so richtig hinbekommen“, resümiert Flo, der unmittelbar vor Teamkollegen Gerrit Helbig, Achter in der E3 wurde, wenngleich auf die vor ihm liegenden Konkurrenten nur wenige Sekunden fehlten. Dafür glänzte der Youngster am zweiten Tag, an dem er bei schwierigsten Verhältnissen mit einem starken vierten Rang aufhorchen ließ.



Gerrit Helbig, Dauerbrenner im Team Sturm, sicherte im tiefen Schlamm mit Rang neun ein Top-Zehn-Ergebnis. „Die Platzierung ist etwas hinter meiner Erwartung. Aber gut, die Klasse ist stark besetzt, von daher ist es schon ein gelungener Saisoneinstand“, freute sich der Wolgaster.

Für ein weiteres Top-Resultat sorgte Kevin Nieschalk bei den Junioren, was so nicht zu erwarten war, da der Lengefelder mit einer lädierten Schulter antrat. „Die habe ich mir im Februar beim Training verletzt. Von daher bin ich froh, dass ich wieder soweit fit war, um überhaupt starten zu können.“ So viel wie möglich Punkte mitnehmen, lautete seine Devise. „Aber als ich merkte, dass es richtig gut lief, habe ich einem Top-Fünf Resultat geliebäugelt“, gesteht Kevin, für den am Ende sogar zwei dritte Plätze heraussprangen!



In den Enduro-Cup-Klassen fuhr Tobias Opitz in der Klasse E1B mit zwei zweiten Plätzen ein weiteres Spitzenresultat ein, während Florian Pfefferkorn nach Rang neun, am zweiten Tag als Vierter denkbar knapp seine erste Podiumsplatzierung verpasste. Dafür gelang Sebastian Bräuer bei seinem Comeback gleich der Sprung auf das Treppchen. Platz drei für ihn in der E3B am ersten Tag.



Und auch in der Damen-Klasse gab eine bestens bekannte Fahrerin ebenfalls ihr Comeback: Maria Franke, die Enduro-Weltmeisterin meldete sich nach der Babypause eindrucksvoll im Wettkampfgeschehen zurück. Obwohl sie nach der Geburt ihres Sohnes nur dreimal auf dem Motorrad saß, gelangen ihr in der Damen-Klasse zwei überlegene Siege. „Es war schon echt hart, die Bedingungen haben extrem gezehrt. Ich bin wirklich froh, dass ich nur zwei Runden fahren musste. Eine dritte hätte ich wahrscheinlich nicht geschafft“, gibt die junge Mutti ehrlich zu, die trotzdem viel Spaß hatte. Vanessa Danz rundete mit zwei dritten Rängen das starke Team-Ergebnis bei den Damen ab. In der Senioren-Klasse gelang Titelverteidiger Dirk Peter mit zwei zweiten Plätzen ein sehr guter Saison-Einstieg.

Text: Peter Teichmann