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  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

Endlich flog nach zweijähriger Zwangspause wieder der Dreck in Dahlen – oder besser gesagt, es wirbelte der Staub. Denn die Streckenverhältnisse waren extrem trocken, wenngleich zumindest die obligatorischen Schlammlöcher dann doch etwas angefeuchtet waren. Die Stimmung war allerorts prächtig. Ob an der Dahle-Durchfahrt, an den bereits erwähnten Schlammpassagen oder an den beiden Sonderprüfungen am Dahlener Burgberg und im Steinbruch in Meltewitz, überall säumten zahlreiche Zuschauer die Strecke. Nach groben Schätzungen des ausrichtenden MSC Dahlen e.V. sollen es an die 10.000 Besucher gewesen sein!

„Es hat einfach nur richtig gut getan, nach so langer Zeit endlich einmal wieder vor so vielen Leuten fahren zu können“, zeigt sich auch Florian Görner von der Fankulisse tief beeindruckt und erzählt, „schon am Morgen beim Start waren ja Massen unterwegs, das war echt irre.“ Für den 22-Jährigen begann der Tag jedoch ganz und gar nicht nach seinen Vorstellungen. Über das Vorderrad weggerutscht, Bodenkontakt, verschenkte Sekunden – so wurde bereits nach dem ersten Test das Motto „Aufholjagd“ ausgerufen. „Ich konnte mich dann aber wieder weiter nach vorn kämpfen. Mit Rang zehn im Championat bin ich wirklich zufrieden“, gesteht Flo, der in der E3 Vierter wurde.



Einen Platz vor ihm landete Chris Gundermann, der seinerseits mit der zweitbesten Zeit aller Teilnehmer in den Tag startete. „Das ging wirklich richtig gut los. Dann hatte ich zwischenzeitlich ein leichtes Tief. Gegen Ende lief es dann wieder deutlich besser“, so Chris, der in der Klasse E3 Dritter und im Championat Vierter wurde, wozu er noch meint: „Speziell im Championat ging es sehr eng zu. Das war wirklich geil, man musste immer voll fokussiert bleiben! Am Ende galt es, nur noch den Lenker festzuhalten und irgendwie heil durchzukommen.“



Weniger euphorisch zeigte sich Andreas Beier nach der Zielankunft. „Ich war nicht gut drauf“, schüttelt Andi mit dem Kopf. „Ich lag an zweiter Stelle, habe dann aber gespürt, wie mich langsam die Kräfte verließen“, zeigt sich der Routinier enttäuscht, der am Ende sogar noch einmal vom Motorrad musste. „Dieser Sturz hatte aber keine Auswirkung mehr auf die Platzierung, das Thema war schon vorher gegessen.“ Dennoch durfte sich der KTM-Fahrer als Tagesdritter in der Kategorie E1 über einen Besuch auf dem Siegerpodest freuen.



Kevin Nieschalk, der unmittelbar vor und nach „Rund um Dahlen“ im Prüfungsstress steckte, belegte in der gleichen Klasse den fünften Rang. „Es war okay. Allerdings habe ich gemerkt, wie mir nach der zweiten Runde langsam die Körner ausgingen. Da habe ich gespürt, dass mir doch die Trainingsgrundlagen aus dem Frühjahr fehlen“, so Kevin, der zum Jahresbeginn von einer Knieverletzung ausgebremst wurde. „Doch zum Glück ist jetzt erst einmal Pause, da kann ich an meinen Defiziten arbeiten.“



E2-Fahrer Nick Emmrich kam diesmal nicht so recht in Schwung und belegte am Ende Rang sechs. In der E3 wurden Martin Kradorf Zehnter, Kenny Lötzsch Elfter und Danny Richter, für den es überhaupt der erste Start in Dahlen war, Dreizehnter.

Wirklich großes Pech hatte Karl Weigelt, der nach der Hälfte des Rennens auf Podiumskurs lag. Doch der 22-Jährige wurde am Tagesende durch einen Fehler an der Zeitkontrolle aus der Wertung genommen. Ärgerlich, aber kein Einzelfall. Das gleiche Schicksal ereilte Niclas Leon Kallmeyer, der in E3B ebenfalls große Chancen hatte, auf das Siegerpodest zu steigen.

Dies hingegen gelang Jeremy Nimmrich. Der Youngster holte sich in eindrucksvoller Manier den Tagessieg in der Klasse E1B. „Es war ein guter Tag. Obwohl ich das Technische mag, bin ich in Meltewitz nicht ganz so gut zurechtgekommen. Dafür lief es auf dem Cross-Test in Dahlen umso besser. Dort konnte ich immer genügend Zeit herausfahren, so dass es für den Sieg reichte. Extrem happy bin ich natürlich auch über meinen zweiten Platz im B-Championat“, strahlt der Youngster.



Auch Oliver Otte hatte allen Grund zur Freude. Platz zwei für den ehemaligen DEC-Gesamtsieger in der Klasse E2B! Dirk Peter erwies sich einmal mehr als ganz sichere Bank. Erneut ließ er der Konkurrenz in der Senioren-Klasse keine Chance und siegte mit 41 Sekunden Vorsprung vor Lokalmatador André Decker. Schon vor 20 Jahren bei „Rund um Dahlen“ waren diese Beiden unmittelbare Konkurrenten - damals noch in der DEM-Klasse bis 125 ccm.



Den letzten Podestplatz für das Team Sturm Zschopau errang Vanessa Danz in der Damen-Klasse. „Es war eine mega-tolle Veranstaltung, alles hat so viel Spaß gemacht. Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich im letzten Test noch zweimal gecrasht bin. Platz drei ist wirklich super“, so Vanessa mit einem großen Lachen im Gesicht!

Text: Peter Teichmann

So früh im Jahr, wie nur selten zuvor, startete die Int. Deutsche Enduro Meisterschaft in die neue Saison. Die Auftakt-Veranstaltung in Tucheim hatte es entsprechend in sich. Am Morgen mussten sich die Fahrer noch mit einer hart gefrorenen Strecke auseinander setzen, im weiteren Tagesverlauf dann mit immer tiefer werdenden Bodenverhältnissen. Vor allem, die teils sehr ausgefahrenen Schlammrinnen in der dritten Sonderprüfung waren nicht ohne und entwickelten sich zu einer echten Schlüsselstelle der 52. Geländefahrt „Rund um den Fiener“.

Offenbar richtig gut klar mit diesen taffen Anforderungen kam Andreas Beier. Der Routinier geht in diesem Jahr wieder mit der kleinen Viertakt-KTM in der E1 an den Start, in der er seine größten Erfolge feierte. Dass der 35-Jährige weiterhin zur absoluten Spitze zählt, bewies er einmal mehr sehr eindrucksvoll. Bis kurz vor Ende lag er auf Rang vier im Championat und hatte die Führung in seiner Klasse inne. „Doch im drittletzten der insgesamt dreizehn Tests bin ich kopfüber heftig abgeflogen. Mir ist nichts Dramatisches passiert. Nur war eben die Zeit dahin“, berichtet Andi, der sich darüber mächtig ärgerte, „extrem schade. Ich hätte nur zu gern gewonnen.“ So wurde es letztlich der zweite Rang hinter Titelverteidiger Yanik Spachmüller aus dem fränkischen Schwabach, lediglich sieben Sekunden fehlten Andi zum Sieg.



Kevin Nieschalk wurde in gleicher Kategorie guter Fünfter. Dabei hatte der KTM-Fahrer mehr mit sich zu kämpfen, als mit der Konkurrenz. „Ich habe mich vor fünf  Wochen beim Training am Knie verletzt. Seitdem bin ich nicht wieder richtig Motorrad gefahren, habe lediglich vor Tucheim nur kurz meinen Motor etwas eingerollt. Von daher hatte ich keinerlei Erwartungen, wollte hier nur so viel wie möglich Punkte mitnehmen“, so der 24-Jährige, der durch seine Verletzung noch sehr gehemmt und entsprechend passiv zu Werke ging. „Unter diesen Umständen bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden“, so Kevin abschließend, der am Ende froh war, gut über die Runden gekommen zu sein.



Und das waren gleich vier an der Zahl. Zudem gab es pro Umlauf drei Prüfungen sowie die erste am Start-Ziel-Bereich noch ein weiteres Mal am Ende. So summierte sich die Gesamtprüfungszeit doch auf über eine Stunde. „Es war wirklich ein langer Tag und ich bin ehrlicherweise auch ein wenig platt“, gesteht Nick Emmrich, der in der Klasse E2 eine grundsolide Leistung ablieferte und Vierter wurde. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Es hätte wirklich alles zusammenpassen müssen, um noch weiter nach vorn zu kommen. Aber zwei, drei kleine Crashs hatte ich über den Tag dann doch. In den tiefen Sandrinnen kann das immer mal schnell passieren. Aber im Großen und Ganzen hat es echt Laune gemacht!“



Das sah auch Florian Görner so. Im eher ungeliebten Sand zeigte er eine souveräne Vorstellung. „Ich bin selbst ein wenig überrascht, dass es so gut lief“, freut sich der 21-Jährige angesichts seines dritten Platzes in der E3, hinter den beiden Tagesschnellsten Filip Bengtsson aus Schweden und Luca Fischeder, sowie Rang acht im Championat. „Ich war gleich von Beginn an vorn mit dabei und auch als die Strecke immer zerfahrener wurde, hatte ich keiner großartigen Probleme. Ich glaube, unterm Strich war das mein bestes Sandrennen überhaupt“, strahlt der Youngster über das ganze Gesicht.



Rang vier in der E3 ging an Chris Gundermann, der nach eigenem Bekunden einen durchwachsenen Tag erlebte. „Es war zäh. Ich habe nicht so recht in meinen Fluss gefunden, hatte zwei, drei Stürze. So zog es sich eben durch den Tag.“ Danny Richter, letztjähriger E1B-Champion, gelang bei seinem DEM-Debüt Platz neun und Gerrit Helbig, nach langer Wettkampfpause wieder zurück, wurde  Zehnter.

Team-Neuzugang Karl Weigelt lieferte bei den Junioren mit Platz fünf einen guten Saison-Einstand ab. Dabei fehlten ihm nicht einmal zwei Sekunden auf den vierten Rang. „Schade, dass ich eine bessere Platzierung so knapp verpasst habe. Ich habe am Ende noch einmal alles gesetzt und versucht, Zeit aufzuholen. Leider hat es aber nicht ganz gereicht, was etwas ärgerlich ist! Dennoch bin ich für den Anfang ganz zufrieden, auch im Hinblick auf mein neues Team, was eine supergute Arbeit geleistet hat. Danke Euch!“



Im DMSB-Enduro-Cup gelang Jeremy Nimmrich der Sieg in der Klasse E1B. Acht der möglichen zwölf Bestzeiten gingen auf das Konto des 18-Jährigen. Lediglich einmal verlor er etwas mehr Zeit, als er vor ihm steckengebliebenen Fahrern ausweichen musste und dabei selbst eine derartig kritische tiefe Sandrinne erwischte. Zudem glänzte der Youngster im klassenübergreifenden B-Championat, in welchem er Dritter wurde.



Ebenfalls erwähnenswert, der vierte Platz von Oliver Otte in der Klasse E2B sowie Rang drei von Vanessa Danz im Damen-Cup. Und nicht zuletzt überzeugte Dirk Peter wieder mit einem überlegenen Sieg bei den Senioren. Fast zweieinhalb Minuten betrug am Ende sein Vorsprung! „Ich bin sehr zufrieden. Es war eine schöne Veranstaltung, super Gelände, tolle Tests“, berichtet Dirk, der angesprochen auf ein Erfolgsrezept schmunzelnd verriet, „ich habe mit Maria Franke im Sand trainiert. Sie ist auf diesem Terrain ja schon wesentlich flotter unterwegs als ich. Also hat sie mir so manch wertvollen Tipp geben, den ich auch ganz gut umsetzen konnte.“

Text: Peter Teichmann

Aber schnellster Teamfahrer bei der 69. Mittelrheinischen ADAC-Geländefahrt in Kempenich wurde Jeremy Nimmrich. Der Youngster tritt in der Jugend-Klasse an, der in diesem Jahr mit Abstand stärksten Kategorie im DMSB-Enduro-Cup.

Am Morgen zeigten sich die Felder rund um Kempenich von einer dicken Reifschicht überzogen, so kalt war es in der sternenklaren Nacht zuvor geworden. Doch trotz der Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt kamen die ersten Fahrer bereits bei der Aufgabe, ihre Maschinen auf der Startrampe rechtzeitig zum Laufen zu bringen, mächtig ins Schwitzen. Und auch die erste Sonderprüfung, welche nach nur wenigen Kilometern folgte und auf einer großen Ackerfläche abgesteckt war, zeigte sich als nächste große Herausforderung. Der stellenweise noch hartgefrorene Boden und die teils durch den Reif sehr rutschigen Kurven, waren nicht jedermanns Sache. „Da habe ich mich ehrlicherweise recht schwer getan. Es war nicht leicht, das richtige Mittelmaß zu finden“, berichtet Jeremy Nimmrich, der am liebsten griffige Sandböden bevorzugt und gesteht, „die machen mir mehr Spaß, da fühle ich mich einfach wohler.“ Doch von derartigen Bedingungen war auch im zweiten Test auf der Runde, der altbekannten, aber immer wieder aufs Neue stark veränderten Sonderprüfung in der Lavasandgrube bei Engeln, nichts zu sehen. Doch trotz Hartboden, Steinfeldern, Kiespassagen und weiteren Ackerabschnitten konnte sich Jeremy gut in Szene setzen und kämpfte bis zum Schluss um einen Podestplatz in der Jugend-Klasse. „Das es letztlich dann doch der vierte Platz wurde, ist natürlich schon etwas ärgerlich. Vor allem, weil bei über einer Stunde Prüfungszeit nicht einmal vier Sekunden fehlten. Aber im Großen und Ganzen bin ich schon zufrieden, da ich in der Vorwoche erkältet war und mich noch immer nicht ganz fit fühle“, so der Gelenauer, der in der Meisterschaft noch mittendrin im Kampf um die Medaillen ist. Zudem wurde der Youngster starker Sechster im klassenübergreifenden B-Championat, was eindrucksvoll verdeutlicht, wie hoch das Level bei den Jugendfahrern ist.



Für Danny Richter hätte der Tag nicht besser verlaufen können. Das er von Beginn an ohne Druck agieren konnte, verdankt er dem Pech seines direkten Titel-Konkurrenten Marcus Degel. Der Pechvogel kollidierte kurz nach dem Start unverschuldet mit einem Fahrerkollegen, stürzte und beschädigte dabei sein Motorrad derartig, dass er wenig später aufgeben musste. „Damit war für mich alles auf Grün gestellt. Der ganze Druck war auf einmal weg“, kommentiert Danny die Schlüsselszene, der fortan einfach seinen „Stiefel“ fuhr. „Es lief einfach bestens. Ich hatte keinerlei Stürze oder grenzwertige Situationen“, zeigt sich der Krumhermersdorfer hocherfreut, der mit diesem Tagessieg die Spitze in der Klasse E1B übernahm und schon den Blick auf das Finale richtet: „Jetzt möchte ich natürlich auch den Titel holen!“



Auch Dirk Peter ist diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. Das thüringer Enduro-Urgestein bewies einmal mehr seine fahrerische Klasse und sicherte sich den Sieg bei den Senioren. Doch diesmal war es ein härteres Stück Arbeit, wie er offen zugibt. „Am Morgen war ich noch nicht ganz fit und hatte etwas Kopfschmerzen. Zwar konnte ich jede Prüfung gewinnen, aber die Zeitabstände waren doch recht eng.“ So brauchte es erst ein paar gute Worte vom Team, um letztlich doch noch richtig aufzudrehen. „Da habe ich die Arschbacken zusammengekniffen“, lacht Dirk, der letztlich seinen Vorsprung dann doch wieder auf über eine Minute ausbauen konnte. Entsprechend zufrieden zeigte er sich über seine Leistung und angesichts der Tatsache, dass sein vierter Titel in der Senioren-Klasse nun in greifbarer Nähe ist.


 
Neben diesem erfolgreichen Trio zogen sich auch alle anderen Teamfahrer überaus achtbar aus der Affäre. Allen voran Rene Uhle, der bei den Senioren guter Fünfter wurde. Die weiteren Platzierungen der Fahrer des Team Sturm Zschopau: Toni Zink (8. / E1B), Marcel Michitsch (17. / E2B), Enrico Trott (12. / Senioren), Nico Franke (23. / Senioren), Jörg Büschel (26. / Senioren) und Heiko Schmidt (34. / Super-Senioren). Das große Finale der Int. Deutschen Enduro Meisterschaft und des DMSB Enduro Cup steigt am 6. November beim „43. Novemberpokal“ in Grünheide bei Berlin.

Text: Peter Teichmann









Das Team Sturm aus Zschopau avancierte zu einem der erfolgreichsten Teams in der diesjährigen Int. Deutschen Enduro Meisterschaft. Den DMSB-Enduro-Cup mit einbezogen gingen zwei Titel, vier Vizetitel und zwei dritte Plätze an Fahrer, des über viele Jahre im Endurosport stark engagierten Privatteams aus Zschopau! Zudem waren noch einige Team-Fahrer an den verschiedenen Mannschaftserfolgen in DEM und DEC beteiligt.



Doch bevor die Sektkorken knallen und die Meister-Shirts aus der Kiste geholt werden konnten, musste noch das Finale in Grünheide bei Berlin gut über die Runden gebracht werden. Die äußeren Bedingungen waren optimal. Zuvor Regen, am Veranstaltungstag dann kein Niederschlag sorgte für perfekten Grip in den insgesamt drei verschiedenen Sonderprüfungen, die von der Charakteristik allesamt ihre Besonderheiten hatten.

Extrem spannend ging es in der Klasse E1 zur Sache. Hier lagen die beiden Team-Fahrer Florian Görner und Kevin Nieschalk vor dem Saisonfinale im Kampf um den Vizetitel nur einen Punkt auseinander. Den besseren Start in den Tag erwischte Flo, der im ersten Test die Klassenbestzeit für sich verbuchen konnte. Dafür schlug Kevin in den beiden folgenden Prüfungen mit der schnellsten Zeit zurück und setzte sich damit an die Spitze der E1.



Doch dem Marienberger unterlief im dritten Test der zweiten Runde ein verhängnisvoller Fehler. „An einer Steilauffahrt habe ich direkt in der Anfahrt beim Gasgeben einen Stein erwischt. Dabei hat es mir das Hinterrad verschlagen und ich stand hilflos am Berg. Anfahren ging nicht, also musste ich wieder bis ganz nach unten“, ärgerte sich Kevin, der damit wieder hinter Flo zurückfiel. „Ich habe schon vorher gesagt, wer die wenigsten Fehler macht ist vorn. Also bin ich mehr mit Bedacht gefahren, als komplett ans Limit zu gehen“, erklärte der Scharfensteiner, der dennoch bis zur letzten Kurve zittern musste. Denn Kevin ließ sich nicht abschütteln: „Ich habe noch einmal alles rausgeholt was nur geht. Von daher bin ich fahrerisch schon zufrieden, wenngleich der Ausgang ein bisschen zum Kotzen ist!“ Verständlich, denn auf seinen Teamkollegen fehlten am Ende winzige 0,55 Sekunden, was wiederum Flo den Vizetitel bescherte. „Ziel erreicht, ich bin happy“, strahlt dieser hingegen über das ganze Gesicht!



Ebenfalls Vizemeister (Klasse E3) wurde Andreas Beier, der in Grünheide allerdings hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb und trotz seines dritten Rangs von einem „Total-Ausfall“ sprach. „Es lief einfach nichts zusammen, mir gelang nicht eine gute Zeit“, so sein enttäuschtes Fazit, während Team-Support-Fahrer Chris Gundermann über weite Strecken glänzte, in der Klasse Zweiter wurde sowie im klassenübergreifenden Championat sogar Rang drei holte.



„Ich hatte nach meinem Ausfall in Burg nichts zu verlieren und so habe ich mich diesmal auf einen Zweitakter gesetzt. Das es auf Anhieb so gut lief, hätte ich selbst nicht erwartet“, so Chris, der in der bisherigen Saison sonst auf den großen Viertakter setzte und am Ende den Bronzeplatz in der E3-Gesamtwertung belegt.



Einen ebenfalls äußerst zufriedenen Eindruck machte Nick Emmrich. Der 32-Jährige musste in Grünheide nur sicher „rumfahren“ um seinen dritten Platz in der E2 perfekt zu machen. Mit Tagesrang fünf gelang dies souverän. „Rang drei in der Meisterschaft war das Maximum. Ich bin happy, weiß es aber auch für mich einzuordnen. Es war sehr viel Glück in diesem Jahr dabei“, so Emme mit Anspielung darauf, dass für einige prominente Konkurrenten durch Verletzungen oder andere Umstände die Saison vorzeitig zu Ende war. Aber auch das gehört zum Erfolgsrezept im Endurosport: Konstant und schnell sein, kontinuierlich gut punkten und Ausfälle vermeiden – all das setzte Nick in dieser Saison hervorragend um.



Gleich zwei Titel gab es in den DEC-Klassen zu bejubeln. Danny Richter gewann die E1B und Dirk Peter die Senioren-Wertung. Das Team-Urgestein aus Thüringen verteidigte damit erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. „Es ist schön, wieder ganz oben zu stehen. Nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Team und alle Betreuer, die über die ganze Saison einen wunderbaren Job für uns machen, damit wir unseren Sport ausleben können“, bedankt sich Dirk bei allen Mitstreitern.



Danny Richter konnte sich ein breites Grinsen angesichts seines Titelgewinns nicht verkneifen. Auch er verdankt seiner Konstanz über das ganze Jahr und das er beim Finale einen kühlen Kopf bewahrt hat diesen Erfolg. „Eigentlich musste ich nur durchfahren. Doch leichter gesagt als getan. Zuerst war ich zu zaghaft, fast ängstlich. Dann habe ich wieder zu viel Gas gegeben und dabei gleich ein, zwei grenzwertige Situationen erlebt. Das genaue Mittelmaß zu finden, war die größte Herausforderung“, resümierte Danny überaus glücklich, der den Tag als Vierter abschloss.



Trotz des zweiten Platzes im DMSB-Enduro-Cup (B-Championat) war die Stimmung bei Jeremy Nimmrich getrübt. Um gerade einmal 0,88 Sekunden lag er am Ende hinter seinem direkten Konkurrenten im Kampf um den Bronzeplatz zurück, was ihm in der Endabrechnung in der hart umkämpften Jugend-Klasse letztlich das Podest kostete und ihn auf den fünften Tabellenrang zurückfallen ließ. „Das ist natürlich sehr enttäuschend“, zeigte sich Jeremy sichtlich niedergeschlagen, zumal er genau wusste, wo er die entscheide Zeit verloren hatte. „Im Enduro-Test der ersten Runde habe ich an der Steilauffahrt nicht die direkte Linie, sondern die Umfahrung gewählt, da mir diese als geeigneter erschien. Das war der Fehler!“



Abschließend möchte Teamchef Harald Sturm noch die Chance ergreifen und allen am Erfolg beteiligten Helfern und Sponsoren danken: „Ohne die Unterstützung unserer unzähligen, engagierten Partner und den unermüdlichen Einsatz unserer aufopferungsvollen Betreuer, die unser Team nun schon über zwei Jahrzehnte am Leben erhalten, wäre das alles gar nicht möglich. Vielen Dank Euch allen!“

Text: Peter Teichmann

Wenn es heißt, es geht zur Geländefahrt nach Burg, hat man zwangsläufig endlos tiefe Sandwellen, dichten Staub und zerfahrene Sonderprüfungen vor Augen. Und daran änderte sich auch in diesem Jahr nicht viel. Wie schon beim letzten Mal, galt es drei Prüfungen zu absolvieren, von denen sich speziell der lange Enduro-Test, quer durch den Wald, als Scharfrichter dieser Zwei-Tages-Fahrt herausstellte. Neu hingegen war, dass die Runde, wie auch die kompletten Sonderprüfungen in entgegengesetzter Richtung gefahren wurde.

Schnellster Fahrer vom Team Sturm Zschopau  in der klassenübergreifenden Championatswertung war Andreas Beier, der an beiden Tagen jeweils Rang fünf belegte. Allerdings entsprachen weder die Platzierungen  noch die Zeitabstände seinem Geschmack. „Ich habe Gas gegeben und gepusht wie Sau, aber es wollten einfach keine richtig guten Zeiten zustande kommen. Das war schon ernüchternd und es erschließt sich mir nicht so recht, zumal in Burg immer ein Terrain war, welches mir gut liegt“, rätselt Andi, der zumindest in der Klasse E3 zweimal als Zweiter auf dem Podium stand. Dafür konnte sich der achtfache Deutsche Enduro Meister aber über einen weiteren Titelgewinn freuen. Denn am Sonntagabend war klar, dass das Team ADAC Sachsen mit Andi, Eddi Hübner und Luca Fischeder, den Konkurrenten punktemäßig so weit enteilt ist, dass es sich vorzeitig Deutscher Enduro Mannschaftsmeister 2021 nennen darf!



Chris Gundermann, der sich mit Andi über das Jahr packende Duelle in der Klasse E3 lieferte, stand am ersten Tag als Dritter auf dem Podium, doch auch er war nicht ganz so happy, wenngleich er seine gute Laune nicht verloren hatte. „Für die große 500er Maschine war das definitiv der falsche Ort. Ich habe mich gefühlt, wie ein 30-Jähriger auf dem Kinderspielplatz“, scherzt der KTM-Fahrer angesichts der teilweise sehr engen Prüfungspassagen. Außerdem kam es für ihn am nächsten Tag  noch knüppeldick. Unmittelbar nach der vorletzten Prüfung sprang das Motorrad einfach nicht mehr an, was das Aus für ihn bedeutete.

Dafür hatte Florian Görner im Ziel sichtbar gute Laune. Der Scharfensteiner stand an beiden Tagen als Dritter in der Klasse E1 auf dem Podium. „Es war ein gutes Wochenende. Der Samstag begann für mich richtig gut, da lag ich kurzzeitig sogar an der Spitze. Allerdings habe ich dann die zweite Runde etwas verschlafen. Im langen Enduro-Test bin ich zudem gleich in der zweiten Kurve gestürzt. Danach hab ich mich zusammengerissen und noch einmal alles gegeben, um den dritten Platz zu halten“, berichtet Florian, der am Sonntag etwas besser klar kam, da wo die Sonderprüfungen noch zerfahrener und tiefer wurden. „Das war wirklich ein guter Tag für mich, vor allem der siebente Platz im Championat freut mich extrem.“



Mit diesem Ergebnis überholte Florian seinen Team-Kollegen Kevin Nieschalk in der E1- Tabelle um einen Punkt, die sich nun damit ein packendes Duell um den Vizetitel beim Finale in Rüdersdorf liefern werden. Kevin selbst war folglich mit seinem Wochenende nicht ganz glücklich. „Am Samstag habe ich im Kampf um das Podium im letzten Test noch einmal alles setzen wollen und prompt hat es mich schwer gebeutelt. Ich lag unter dem Motorrad, der Lenker verbogen. Danach ging erst einmal nicht mehr viel“, winkt Kevin ab, der mit Rang fünf Vorlieb nehmen musste und am Sonntag auch nur schwer in seinen Rhythmus fand und Vierter wurde.



„Irgendwie hat jeder einmal gelegen, mich eingeschlossen“, gibt Nick Emmrich offen zu, der den ersten Tag als mittlere Katastrophe bezeichnete. „Gleich im ersten Enduro-Test hat es mich runtergehauen wie schon lange nicht mehr. Das Plastikteil von der Luftfilter-Abdeckung war abgerissen und der Seitenständer ragte zu Seite weg. So etwas habe ich noch nie erlebt“, schüttelt Nick den Kopf, der sich zudem am Daumen verletzte. Dennoch fuhr er durch und wurde in der E2 noch guter Fünfter. Umso erstaunlicher, dass er am nächsten Tag wie ausgewechselt unterwegs war und sich über eine deutliche Leistungssteigerung freuen konnte: Platz vier in der Klasse und Platz neun im Championat!



Bei den Junioren belegte Domenik Nieschalk zunächst Rang acht, während er am Folgetag die Segel vorzeitig streichen musste. „Ich habe wieder Probleme mit meinem Knie bekommen, an dem ich mir Ende letzten Jahres das Kreuzband gerissen habe. Daher habe ich jetzt doch lieber aufgehört“, berichtet er schweren Herzens.

Im DMSB Enduro-Cup zeigte Jeremy Nimmrich eine starke Leistung. Der Gelenauer wurde am ersten Tag in der hart umkämpften Jugend-Klasse starker Dritter. „Ab der zweiten Runde hatte ich nur mit dem langen Wald-Test ein paar Probleme. Dafür bin ich in den anderen beiden Prüfungen richtig gut in Fluss gekommen. Das hat schon Spaß gemacht. Für den ersten Tag war es schon ganz gut“, bilanziert er am Samstagabend. Am Sonntag setzte der Youngster noch einen drauf, indem er sich in der Klasse auf Rang zwei verbesserte, dabei sogar eine Prüfungsbestzeit fuhr und zudem als Dritter erstmals auf dem Podium des B-Championats stand! Danny Richter, ebenfalls im DMSB Enduro-Cup unterwegs, wurde in der Klasse E1B zweimal guter Dritter.



Für ein weiteres Highlight sorgte einmal mehr Dirk Peter. Der Dauerbrenner aus Thüringen drückte der Konkurrenz in der Senioren-Klasse abermals seinen Stempel auf und gewann an beiden Tage souverän, während Rene Uhle das Podium als Vierter jeweils knapp verpasste. „Auch wenn es nicht unbedingt mein Terrain ist, das Wochenende hat wieder großen Spaß gemacht“, so Doppel-Tagessieger Dirk, der ergänzt, „das lag zum großen Teil aber auch wieder am Team, die sich um alles und jeden immer erstklassig kümmern. Was die Jungs und Mädels für uns Fahrer da leisten, kann man gar nicht hoch genug einschätzen! Vielen Dank an Euch alle!“

Text: Peter Teichmann