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  Neue Marienberger Str. 189, 09405 Zschopau

  Mo-Fr: 9:00-12:00, 13:00-18:00 Uhr, Sa: 09:00 - 12:00 Uhr

5. & 6. DEM-Lauf in Rüdersdorf – Die meisten Fahrer vom Team Sturm Zschopau kamen mit großen Erwartungen zum DEM-Finale. Schließlich versprach der „Novemberpokal 2020“ in Rüdersdorf eine waschechte Geländefahrt zu werden. Endlich Schluss mit den ungeliebten Sandrennen. Hier sind ganz andere fahrerische Qualitäten gefragt. Sonderprüfungen mit unzähligen Auf- und Abfahrten ließen die Fahrer-Herzen höher schlagen. Zudem verwandelte vorausgegangener Regen die Strecke in eine echte Schlammwüste, so dass sich nach und nach immer tiefere Spuren ausfuhren. Vor allem der zweite Tag wurde zu einer extrem schweren Angelegenheit. Zu einem, weil den Aktiven langsam die Körner ausgingen, zum anderen da wieder Regen einsetzte.

Doch das waren genau die Bedingungen, auf die Florian Görner gehofft hatte. Schon am ersten Fahrtag war er gut dabei, verpasste aber als Vierter in der E3 noch knapp das Podium. Am zweiten Tag schlug dann aber seine Stunde. Im tiefen Schlamm wuchs der 20-Jährigen förmlich über sich hinaus, da er derartige Bedingungen nahezu liebt. „Von mir aus hätte es sogar noch mehr regnen können“, meint Flo, der mit dieser Aussage bei manchen Fahrerkollegen für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. „Der erste Tag war schon gut, aber da unterliefen mir ein paar kleinere Fehler. So habe ich mir, wie schon in Burg, am Samstagabend noch einmal ein paar Stellen in den Prüfungen angeschaut. Das hat wieder sehr viel gebracht.“ Und in der Tat, mit Rang fünf im Championat setzte er nicht nur ein dickes Ausrufezeichen, sondern auch seine persönliche Bestmarke. In der E3-Klassenwertung schaffte er als Zweiter erstmals den Sprung auf das Podium. „Das ist der Hammer“, jubelt der Scharfensteiner, „ich habe schon am Morgen gedacht, als es wieder anfing zu regnen, wenn es heute nichts mit dem Podium wird, wann dann?“



Support-Fahrer Chris Gundermann überraschte im schwierigen Terrain ebenfalls mit den Tagesrängen zwei und drei, was der Pechvogel der letzten Rennen mit großer Freude zu Kenntnis nahm und meint: „Nun endlich im Endurosport angekommen zu sein.“ Auch Nick Emmrich bewies seine Endurofahrer-Qualitäten. Nach Platz sieben am Samstag konnte er sich am Sonntag auf Rang fünf verbessern. Mehr noch, seinen Rückstand auf den Sieger konnte er dabei um zwei Minuten deutlich verringern.



In der Klasse E2 überzeugte Maik Schubert mit zwei siebten Plätzen, während Patrick Irmscher mit einem irreparablen technischen Defekt am Kolben bereits am ersten Tag ausschied. Am Folgetag wechselte er die Seiten und betreute seine Teamkollegen an der Strecke. „Das war auch einmal ganz schön“, gesteht der Amtsberger und ergänzt mit einem verschmitzten Lachen, „ich bin gar nicht so unglücklich, bei diesem Wetter nicht fahren zu müssen.“ Auch Junioren-Fahrer Marvin Poller musste am ersten Tag vorzeitig die Segel streichen, lieferte aber am zweiten mit Platz sechs seine beste Saisonleistung ab.

Für ein überaus grandioses Ergebnis sorgte Kevin Nieschalk. Nicht immer lief in dieser Saison für den 23-Jährigen alles rund. Doch an diesem Wochenende passte einfach alles: Sieg an beiden Tagen in der Junioren-Klasse! „Endlich einmal richtiges Enduro“, lacht Kevin, der bei schwierigen Anforderungen sein ganzes Können exzellent ausspielt. „Aber ehrlicherweise hätte ich nicht gedacht, dass es am Samstag zum Tagessieg reicht. Mein Motorrad ging immer wieder aus. Einmal auch in ungünstiger Position an einem Hang mitten in der Sonderprüfung. Leider konnten wir die Ursache nicht ausmachen.“ Doch die Technik hielt auch noch den zweiten Tag, so dass Kevin tatsächlich die Maximalpunktzahl für sich verbuchen konnte. Damit verbesserte er sich in der Meisterschaft noch auf Rang zwei. Für den ganz großen Coup fehlten am Ende allerdings zwei Zähler. „Klar bin ich auch etwas enttäuscht, den Titel so knapp verpasst zu haben“, so der frischgebackene Vizemeister, der selbstkritisch anmerkt, „die Meisterschaft habe ich in den Rennen zuvor verloren, da war ich einfach nicht konstant genug.“



Bruder Domenik stand am ersten Tag in der Jugend-Klasse im DMSB-Enduro-Cup ganz oben auf dem Treppchen. „Endlich hat einmal alles gepasst. Ich habe mich so auf das Rennen gefreut. Die Strecke war genau nach meinem Geschmack. Endlich richtiges Gelände und kein Sand“, frohlockt der 17-Jährige, der damit zusammen mit Kevin für ein Novum sorgte. Noch nie gelang es zwei Brüdern die beiden Nachwuchsklassen in der A- sowie B-Lizenz an einem Tag zu gewinnen! Dieses Kunststück sollte möglichst am zweiten Tag wiederholt werden. Alles deutete bereits schon darauf hin. Doch Domenik erwischte eine der unzähligen Auffahrten nicht richtig und landete neben der Strecke im Gebüsch. Die Bergung seiner KTM nahm viel Zeit in Anspruch. „Danach hatte ich nicht nur dicke Arme, sondern auch einen  dicken Hals. Das Ganze war sehr ärgerlich!“ Doch der Youngster gab nicht auf und startete eine große Aufholjagd, die am Ende mit Tagesrang drei belohnt wurde.



Jeremy Nimmrich, ebenfalls in der Jugend-Kategorie unterwegs, musste in seinem ersten Enduro-Jahr bei solch anspruchsvollen Streckenverhältnissen Lehrgeld zahlen. Dennoch biss sich der Teenager mit großem Kämpferherz durch das gesamte Wochenende. Der Lohn: Platz sieben und fünf. Auch E1B-Fahrer Danny Richter trotzte den widrigen Bedingungen und belegte zweimal Rang fünf!

Jubel bei den Senioren. Dirk Peter holte den Titel, während Rene Uhle Gesamtzweiter wurde. „Es war ein gutes Jahr“, bilanziert Dirk zufrieden, der beide Tage gewann und für den es nun bereits der dritte Titel in der Senioren-Klasse ist. „Aber es war ein hartes Stück Arbeit. Die Strecke war wirklich extrem ausgefahren und sehr zermürbend. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist.“



Rene Uhle konnte sein Glück kaum fassen, schimpfte er doch am ersten Tag noch wie ein Rohrspatz. „Das war nix“ kommentiert er seinen elften Platz, während Mario Fräßdorf guter Siebter wurde. Am zweiten fuhr Rene auf diese Position, was ihm genügend Punkte bescherte, um noch auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. „Eigentlich war das Wochenende von vorn bis hinten sehr bescheiden, um es noch nett auszudrücken. Dafür ist das Endergebnis umso besser“, freut sich der neue „Senioren-Vize“.



Abschließend möchte sich das Team Sturm Zschopau bei allen Partnern und Sponsoren, aber auch allen Helfern und Betreuern für die großartige Unterstützung und Zusammenarbeit in diesem verrückten und für alle nicht ganz einfachen Jahr 2020 bedanken!

Text: Peter Teichmann



 

Während die DEM-Fahrer noch eine Woche Pause haben, ging es für die Starter des DMSB Enduro-Cup am vergangenen Sonntag bereits um die nächsten Meisterschaftspunkte. Gefahren wurde in Kempenich, der einzigen westdeutschen Veranstaltung im diesjährigen Kalender. Nach den ganzen Sand-Rennen war die Mittelrheinische Geländefahrt mit ihrem Hartboden-Terrain eine willkommene Abwechslung. Die Etappe enthielt keine herausragenden Schwierigkeiten parat. Dafür waren die Aktiven in den beiden Sonderprüfungen gefordert. Die eine war auf einer Ackerfläche abgesteckt, die andere führte durch die obligatorische Lavasand-Grube bei Engeln, welche erneut mit ihren vielfältigen, technisch anspruchsvollen Passagen bestach. Dass derartige Streckenverhältnisse den Fahrern vom Team Sturm Zschopau besser liegen, als die Tiefsand-Rennen der letzten Wochen, spiegelt sich in den höchst erfreulichen Ergebnissen wieder.

So gelang Danny Richter als Dritter in der Klasse E1B erstmals der Sprung auf das Podest, nachdem er das in diesem Jahr schon öfters knapp verpasst hatte. „Ich freue mich, dass es nun endlich geklappt hat“, strahlt der Krumhermersdorfer und fasst seinen Tag wie folgt zusammen: „Die ersten zwei Runden habe ich leider etwas verschlafen. Dann habe ich mich aber noch gut hineinfinden können, so dass die letzten beiden richtig gut waren. Es hat viel Spaß gemacht, endlich einmal ein Rennen auf Hartboden!“

Nur 1,19 Sekunden dahinter landete Daniel Hänel auf Rang vier. Ein überaus gelungenes Comeback des 35-Jährigen, der nach seinem schweren Sturz beim RuZ-Prolog 2019 und der daraus resultierenden langen Verletzungspause nun sein erstes Rennen bestritt. „Ich bin erst seit Kurzem wieder gesund geschrieben. Da habe ich mich halt einmal auf´s Motorrad gesetzt und die Lust war gleich wieder da“, lacht Daniel, der einfach nur Spaß hatte, wieder Enduro zu fahren. „Die Prüfungen waren sehr gut. Das es nicht mit dem Podium geklappt, ist nicht weiter tragisch. Ich freue mich für Danny, er hat es verdient!“

Auch Jeremy Nimmrich verpasste als Vierter in der hartumkämpften Jugend-Klasse das Podium, wenngleich nicht ganz so knapp wie Daniel. Entsprechend zurückhaltend fiel auch sein Fazit aus. „Ich bin leider zweimal gestürzt und auf der Acker-Prüfung bin ich nicht so gut zurecht gekommen. Dafür lief es in der Lavasand-Grube besser.“

Vanessa Danz lacht hingegen über das ganze Gesicht. Auch sie war nach einer langen Verletzungspause erstmals wieder bei einer Geländefahrt am Start. „Ich bin tatsächlich mein letztes Rennen genau hier vor einem Jahr gefahren“, erzählt die 26-Jährige, die in der Damen-Klasse einen starken zweiten Platz belegte, „es lief richtig gut für mich und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.“

Bei den Senioren bleibt Dirk Peter das Maß aller Dinge. Trotz Sieg, mit über einer Minute Vorsprung, sieht er Verbesserungspotenzial: „Im zweiten Test der ersten Runde habe ich mich lang gemacht. Da habe ich etwas den Abschnitt nach den großen Pfützen unterschätzt, der doch ziemlich glatt war. Ansonsten passte alles.“

Dahinter landete Rene Uhle auf Platz zwei, der somit wieder für einen Doppelsieg sorgte. Mario Fräßdorf als Siebter und Enrico Trott als Zehnter komplettierten das gute Abschneiden, während Heiko Schmidt in der, mit 59 Teilnehmern am stärksten besetzten Super-Senioren-Kategorie Platz 43 belegte.

Text: Peter Teichmann

2. & 3. DEM-Lauf in Burg – Nach zwei, durch Waldbrandgefahr bedingte Absagen in Folge kam es nun doch nur zur silbernen Jubiläumsveranstaltung in Burg. Auch bei der 25. Auflage galt es, wie zuletzt 2017, drei verschiedene Sonderprüfungen pro Runde zu meistern, die sich wie üblich über das Wochenende komplett ausfuhren. Speziell am zweiten Tag, machten tiefe Löcher und Wellen den Fahrern zu schaffen.

Für das Team Sturm Zschopau gab es in Burg einige Lichtblicke, jedoch auch ein paar Nackenschläge zu verdauen. Vor allem musste eine besonders bittere Pille geschluckt werden. Der amtierende Deutsche Enduro Meister das Klasse E1, Andreas Beier stellte sein Motorrad am zweiten Fahrtag frühzeitig ab. Arge gesundheitliche Probleme machten diesem zu schaffen. „Ich habe mich komplett unwohl gefühlt, war total kaputt. Ich saß auf dem Motorrad, als wäre ich gar nicht richtig anwesend“, zeigt sich der Routinier tief enttäuscht. Auch der erste Tag lief nicht ganz nach Wunsch für ihn, dennoch konnte er Platz zwei in der Klassenwertung erreichen.

So lag es an den anderen, für ein Erfolgserlebnis zu sorgen. So beispielsweise Florian Görner, der einen durchweg positiven Eindruck hinterließ. „Der erste Tag lief schon recht gut. Test eins und zwei sind mir wirklich entgegen gekommen, nur im dritten habe ich immer etwas zu viel Zeit liegen lassen“, berichtet der Tagesfünfte in der E3, der am Abend extra noch einmal die besagte Prüfung ablaufen war, um sich ein paar bessere Spuren und Linien auszuspähen. „Das hat wirklich etwas gebracht. Ich konnte mich nochmals steigern und sogar um den dritten Platz kämpfen. Das war schon ein tolles Gefühl“, freut sich der 20-Jährige, der letztlich knapp geschlagen Vierter wurde.

Versöhnt und am Ende dann doch zufrieden trat auch Kevin Nieschalk die Heimreise an. Am ersten Tag brachte ihn ein Sturz komplett von der Rolle. „Ich habe in der dritten Prüfung an einer Bergauf-Passage mein Motorrad voll in die Büsche gelassen, was sich zudem dort richtig verkeilt hat“, zeigt sich Kevin fassungslos, der sich selbst wiederum ein paar Meter weiter unten wiederfand, „danach lief nichts mehr zusammen, ich war nervlich komplett am Ende. Letztlich stand Rang vier für den 22-Jährigen zu Buche, der sich für  den Folgetag vornahm, die bisherigen Geschehnisse komplett auszublenden. „Und das funktionierte ganz gut. Ich habe nur auf mich geschaut und nicht auf die Zeiten der anderen“, berichtet Kevin, der dieses Mal wesentlich besser über die Runden kam und letztlich starker Zweiter bei den Junioren wurde. Marvin Poller, ebenfalls in dieser Nachwuchsklasse unterwegs, belegte an beiden Tagen Platz neun.

Solide Leistungen zeigten auch die drei Team-Fahrer in der E2-Klasse. Schnellster des Trios war Maik Schubert, der an beiden Tagen einen guten achten Rang belegen konnte. Patrick Irmscher wurde Neunter und Zehnter, Martin Kradorf Zehnter und Elfter.

Nick Emmrich zählt sich zu jenen Fahrern, die überhaupt nicht mit sich zufrieden waren. „Es lag nicht an der Veranstaltung“, unterstreicht „Emme“, der vor zehn Jahren hier zweimal auf dem Podium stand und am Ende Vizemeister wurde. „Ich kann mir nicht so recht erklären, wo ich die ganze Zeit habe liegen lassen. Ich habe doch nicht plötzlich das Motorradfahren verlernt“, zweifelt der 31-Jährige, der in der Klasse E3 dennoch zweimal Sechster wurde.

Viel Freude machten auch die Nachwuchsfahrer in den Pokal-Klassen. In der E1B sicherte sich Danny Richter zwei vierte Plätze, wobei er einmal davon hauchdünn an seinem ersten Podestplatz vorbeigeschrammt ist. Die beiden jüngsten im Team, Domenik Nieschalk und Jeremy Nimmrich, zeigten in der Jugend-Klasse ebenfalls sehr ansprechende Leistungen. Platz vier und fünf standen für die Youngsters am ersten Tag zu Buche. Am zweiten konnte sich Jeremy auf Rang vier verbessern, während Domenik nach einem heftigen Abflug, bei dem er sich den Lenker recht schmerzhaft in den Oberschenkel rammte, vorzeitig aufgeben musste.

In der Senioren-Klasse erwies sich Dirk Peter erneut als sichere Bank. Zwei überlegene Tagessiege ließen den Thüringer Dauerbrenner strahlen. Aber auch Rene Uhle hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Mit Rang drei und dann sogar Platz zwei stand er erstmals im Senioren-Cup auf dem Podest. „Schön, dass es endlich einmal geklappt hat. Gern möchte ich meine Leistung kommendes Wochenende bestätigen“, richtet Rene bereits seinen Blick auf die bevorstehende Veranstaltung in Tucheim. Auch Mario Fräßdorf, zweimal Zehnter und Enrico Trott, Dreizehnter und Fünfzehnter, sammelten Punkte.

Text: Peter Teichmann

4. DEM-Lauf in Tucheim – „Wirklich eine Top-Veranstaltung. Die Organisatoren lassen sich doch tatsächlich immer wieder etwas Neues einfallen“, findet Nick Emmrich für den ausrichtenden MC Fiener Tucheim e.V. anerkennende Worte. So wurde die Strecke erstmals seit gut 25 Jahren anders herum gefahren. Zudem gab es eine gänzlich neue Sonderprüfung, in der drei selektive Waldstücken mit teils umgestürzten Bäumen für die nötige Würze sorgten.

„Es hat wirklich extrem viel Spaß gemacht“ strahlt Nick, der endlich auch einmal mit seiner Leistung zufrieden war. „Ich bin einige gute Prüfungszeiten gefahren, die mich durchaus positiv stimmen. Das war in Burg ja nun leider gar nicht der Fall.“ Auch wenn der, bereits seit 2005 in der Meisterschaft aktive Borstendorfer in seiner Karriere scheinbar alles erlebt hat, gibt es doch immer wieder Überraschungen. „Kurz vor dem Start in den zweiten Test bemerkte ich, dass sich die Bremsbeläge komplett abgelöst hatten. Und in der gleichen Prüfung, nur eine Runde später, habe ich mir den Auftritt meines Fußbremshebels komplett weggetreten. Irre, so etwas habe ich echt noch nie erlebt“, berichtet Nick, der mit Rang sechs in der E3 durchaus zufrieden ist.



Einen Rang davor platzierte sich Florian Görner, der an diesem Tag ein wahres Sturz-Festival erlebte. „Im ersten Test hat es mich gleich dreimal runter gehauen. Und auch danach in fast jedem ein weiteres Mal“, seufzt der 20-jährige Scharfensteiner, der dennoch nicht ganz unzufrieden war. „Zwar konnte ich nicht ganz umsetzen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Doch Platz fünf in der Klasse und Rang dreizehn im Championat gehen schon in Ordnung.“



In der Klasse E2 wurde Patrick Irmscher guter Achter. „Das ist meine beste DEM-Tagesplatzierung überhaupt“, zeigt sich der Amtsberger durchaus stolz, der dennoch an seiner Fahrweise Verbesserungspotenzial sieht. Für die Veranstaltung selbst hatte auch er nur lobende Worte übrig: „Für mich war es die bisher schönste Veranstaltung in diesem Jahr. Die Organisatoren haben sich in allen Bereichen wirklich viel Mühe gegeben.



Unmittelbar hinter Patrick belegten Maik Schubert und Martin Kradorf die Plätze neun und zehn. Doch nicht alle Team-Fahrer konnten ihr Punktekonto aufstocken. Wie es sich bereits im Wochenverlauf abzeichnete, verzichtete Andreas Beier auf einen Start in Tucheim. Tobias Opitz (E1) musste nach einem heftigen Sturz und die dadurch hervorgerufenen Schwindelgefühle vorzeitig aufgeben. Auch Junioren-Fahrer Marvin Poller sah das Ziel nicht. Ein technischer Defekt (Kupplungsschaden) stoppte ihn in aussichtsreicher Position, ebenso wie Support-Fahrer Chris Gundermann (E3), der sich bei einer unsanften Berührung mit einem Streckenbegrenzungspfahl den Kühlerschlauch herausriss.

Dafür sorgte Kevin Nieschalk als starker Dritter bei den Junioren für einen Lichtblick. „Eigentlich mag ich keinen Sand. Ich bin auch sehr froh, dass jetzt alle Sandrennen vorbei sind“, lacht der 22-Jährige. „Ich konnte ein paar wirklich gute Zeiten fahren. Um aber noch weiter nach vorn zu kommen, fehlte mir die nötige Konstanz“, so seine Einschätzung.



In der Senioren-Klasse setzte Dirk Peter seinen Siegeszug weiter fort. Viertes Rennen, vierter Sieg und folglich die überlegene Führung in der Meisterschaft. Rene Uhle, der an beiden Tagen in Burg auf dem Treppchen stand, verpasste den erneuten Sprung unter die Top-Drei als Vierter diesmal denkbar knapp. Mario Fräßdorf belegte einen soliden neunten Platz.



Auch die Riege der Nachwuchsfahrer konnte gute Ergebnisse erzielen. So wurde Danny Richter in der E1B guter Fünfter. Selbe Position hatte Domenik Nieschalk in der Jugend-Klasse inne, der damit Team-Kollege Jeremy Nimmrich auf Platz sechs verwies. „Dennoch bin ich nicht wirklich glücklich. Ich habe im Sand einfach viel zu große Defizite“, schimpft Domenik im Ziel. Zudem machte ihm seine Sturzverletzung aus der Vorwoche noch arg zu schaffen. „Ich wollte es aber unbedingt probieren. Zu Beginn war es noch erträglich, doch gegen Ende war es schon eine echte Quälerei“, so der Youngster, der sich dennoch bravourös durchbiss.

Text: Peter Teichmann

1. DEM-Lauf in Rehna – So spät, wie nie zuvor startete die Int. Deutsche Enduro Meisterschaft am vergangenen Wochenende in die neue Saison. Vier Runden mit je zwei sehr langen Sonderprüfungen, galt es unter spätsommerlichen Bedingungen zu meistern. Der Fahrtag gestaltete sich mit über neun Stunden, davon über eine Stunde Prüfungszeit, als mächtig zermürbend und kräftezehrend.

 

Für das Team Sturm Zschopau holte in erster Linie Andreas Beier die Kohlen aus dem Feuer. Der Routinier setzte sich in der Klasse E1 souverän durch und legte damit den Grundstein für seine angestrebte Titelverteidigung. „Mit dem Tagessieg bin ich natürlich zufrieden. Mit Blick auf das Championat war heute leider nicht mehr drin. Ich war am absoluten Limit und manchmal auch ein wenig darüber hinaus. So habe ich mich besonnen ruhig zu bleiben, um möglichst Fehler zu vermeiden“, berichtet Andi, der auch einen ernsthaften Schreckmoment zu überstehen hatte. „Test eins im Streckenabschnitt der Apfelplantage gab es einen wahnsinnigen Einschlag im Kopfbereich. An der Zeitkontrolle bemerkte ein Betreuer, dass ich sogar ein richtiges Loch im Helm hatte. Keine Ahnung, was das für ein Geschoss war“, zuckt der 32-Jährige ratlos mit den Schultern.



Ebenfalls in der E1 unterwegs war Tobias Opitz. Im letzten Jahr noch im Enduro-Cup unterwegs, gelang ihm mit Rang sieben ein solides DEM-Debüt. Maik Schubert platzierte sich als Zehnter in den Top Ten der E2, während Patrick Irmscher diese knapp verpasste. „Das war nicht das, was ich mir erhofft hatte. Es lief heute einfach nichts so richtig zusammen“, zeigt sich der Zwölftplatzierte angesichts seiner Leistung enttäuscht.

Auch Florian Görner winkte nach dem Tag und seinem Platz acht in der E3 nur ab. Der 20-Jährige und „Rund um Rehna“ werden wohl keine dicken Freunde mehr. Schon im Vorjahr wollte dort nichts gelingen. „Auch diesmal bin ich überhaupt nicht zufrieden“, zeigt sich Florian konsterniert, „ich bin in der ersten Runde einfach nicht in Fahrt gekommen und habe mich fortan selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt heißt es, schnell abhaken und nach vorn schauen.“



Nick Emmrich, der nach sieben Jahren wieder für das Team Sturm an den Start geht, belegte in der gleichen Kategorie Rang sechs. „Es wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Doch bei den langen Prüfungen machte sich mein Trainingsrückstand doch bemerkbar“, so Nick, der aktuell mit Familie und Hausbau sehr eingespannt ist, „die ersten sechs, sieben Minuten liefen richtig gut, aber hinten raus ging dann leider nichts mehr.“



Dafür sorgte Kevin Nieschalk in der Junioren-Klasse mit Rang zwei für ein weiteres Highlight. Doch auch er sieht noch Verbesserungspotenzial. „Nach der ersten Runde war ich fast geschockt, dass meine Zeiten gegenüber den Konkurrenten so bescheiden waren, denn eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl“, berichtet Kevin, der jedoch ab der zweiten Runde wieder zu gewohnter Stärke fand. „Ich war zu Beginn viel zu zögerlich, dass muss ich für die kommenden Rennen unbedingt abstellen.“



Louis Richter musste sein Motorrad mit Motorschaden vorzeitig abstellen, während Marvin Poller das Rennen als Zehnter bei den Junioren beendete.

Team-Urgestein Dirk Peter bewies einmal mehr, dass auf ihn jederzeit Verlass ist. Der Thüringer sicherte sich einen souveränen Sieg in der Senioren-Klasse, äußerte sich aber über seine fahrerische Leistung dennoch verhalten: „Nach der langen Wettkampfpause war es okay. Es kann immer besser sein. Der Tag war sehr zermürbend, aber ich habe mich ganz gut durchgebissen.“ Rene Uhle verpasste als Vierter knapp das Podium, Mario Fräßdorf wurde Zwölfter und Enrico Trott Fünfzehnter.



In der E1B sorgten Philipp Richter als Siebter und Danny Richter als Achter für weitere gute Platzierungen. Und auch die beiden Youngster Domenik Nieschalk mit Platz sieben und Jeremy Nimmrich mit Rang acht zogen sich bei ihrem Debüt überaus achtbar aus der Affäre.

Text: Peter Teichmann